Ein Mann schläft scheinbar auf dem britischen Politiker Jacob Rees-Mogg, tatsächlich handelt es sich aber um eine Fälschung

© Twitter/Alejandro Negueruela

Politik Inland
09/09/2019

Digitale Fälschungen: Nicht alles glauben, was man sieht

Mittlerweile reicht eine App, um täuschend echt wirkende Fake-Videos zu erstellen. Das bereitet vor allem der Politik Probleme.

von Michael Leitner, Yvonne Widler

Er lehnte sich entspannt zurück, legte die Hände auf dem Bauch übereinander und schloss die Augen. Der konservative, britische Politiker Jacob Rees-Mogg zog es vor, während seine Kollegen über den Brexit debattierten, ein vermeintliches Nickerchen zu machen und breitete sich über drei Sitzplätze der sofagleichen Parlamentsbank aus.  Er wollte wohl demonstrieren, wie gelangweilt er von den Diskussionen ist - tatsächlich geschehen letzte Woche im britischen Parlament.

Die Entrüstung war groß. Noch größer der Unterhaltungswert in den sozialen Medien, nachdem das Foto von dem schlafenden Politiker einigen Bearbeitungsprozessen zum Opfer gefallen war. Besonders stach ein Posting heraus, in dem sich der Urheber an die Seite Rees-Moogs retuschierte, das T-Shirt auszog, an ihn kuschelte, ihn sogar streichelte. Das Meme ging viral. 

Solche Inhalte führen uns schonungslos vor Augen, wie schnell digitale Fälschungen heutzutage produziert und im Netz sind. Und dabei bedient sich dieses spezielle Video noch gar nicht der modernsten Methoden am Markt.