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Politik Inland
03/23/2021

Schnedlitz: "Haben Corona nie geleugnet, nur Maßnahmen kritisiert"

Der FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz über die schwere Corona-Erkrankung von Manfred Haimbuchner und die Auswirkung auf den oö. Wahlkampf.

von Ida Metzger

Der Großteil der FPÖ-Abgeordneten sitzt ohne FFP2-Masken im Parlament. Klubobmann Herbert Kickl demonstriert mit den Corona-Skeptikern. Dann infiziert sich der stellvertretende Parteiobmann Manfred Haimbuchner mit Covid-19 und muss auf der Intensivstation behandelt werden. Wird die FPÖ nun einen Kurswechsel unternehmen? FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz schließt das aus.

KURIER: Herr Schnedlitz, Klubobmann Herbert Kickl könnte man politisch als den größten Corona-Skeptiker bezeichnen. Ist die Erkrankung von Manfred Haimbuchner nun einer der berühmten FPÖ-Einzelfälle?

Michael Schnedlitz: Nein. Hier wird versucht, aus einer tragischen Krankheit politisches Kleingeld zu machen. Die FPÖ hat nie geleugnet, dass es Corona gibt. Bei uns gibt es keine Skeptiker, die schwere Verläufe anzweifeln. Aber wir wollen evidenzbasierte Maßnahmen im Kampf gegen das Virus. Die fehlende Verhältnismäßigkeit bei den Maßnahmen hat Klubobmann Herbert Kickl heftig kritisiert.

Zeigt nicht gerade der Fall von Haimbuchner, dass Maßnahmen sinnvoll sind?

Auf der Babyparty hat er sich nicht infiziert, denn keine einzige Kontaktperson ist positiv. Haimbuchner dürfte sich wirklich bei der Landtagsarbeit angesteckt haben. Daran sieht man, dass die Maßnahmen nicht die richtigen sind. Da geht es mir nicht darum, auszuschließen, dass es nicht gefährlich sei, wenn viele Menschen zusammenkommen. Natürlich ist es das. Aber nach einem Jahr Corona muss man sich fragen: Wie sieht der Maßnahmenplan aus? Was hilft tatsächlich gegen die steigenden Infektionszahlen? Die Zahlen können nicht aus den Gasthäusern kommen. Die Gastronomie ist seit über 140 Tagen geschlossen. Die steigenden Zahlen resultieren eher daraus, dass man die Menschen zu Hause einsperrt. Deswegen werden die Regeln nicht berücksichtigt, weil die Menschen auch menschliche Bedürfnisse haben.

Ist die Erkrankung von Manfred Haimbuchner für die FPÖ nicht das Worst-Case-Szenario für den Wahlkampf in Oberösterreich?

Ich wehre mich gegen den Versuch, eine schwere Krankheit politisch auszunützen, um eine Corona-kritische Partei in Verruf zu bringen. Noch einmal: Wir sind keine Corona-Leugner. Wir sind eine Partei, die von Beginn an Schutz in den sensiblen Einrichtungen, vor allem im Gesundheitsbereich, gefordert hat. Aber was hat die Regierung gemacht? Bei der letzten Budgetsitzung hat sie das Gesundheitsbudget massiv gekürzt. Hier geht es aus unserer Sicht völlig in die falsche Richtung. Bei einem haben Sie recht: Keinem Politiker wünscht man, auch fernab des Wahlkampfes, dass er gesundheitlich schwer angeschlagen und außer Gefecht ist. Natürlich ist das vor einem Wahlkampf nicht die beste Situation, die man sich wünschen kann.

Verraten Sie uns, wie es Haimbuchner geht?

Ich kann Ihnen ehrlich sagen: wir wissen selbst nicht mehr, als in den Medien steht. Seine Frau hat gebeten, nichts zu kommunizieren. Das respektieren wir und fragen daher auch gar nicht nach, wie es ihm geht.

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