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Politik Inland
03/22/2021

Haimbuchner weiter auf Intensivstation

Der an Corona erkrankte, 42-jährige FPÖ-Chef aus Oberösterreich ist entgegen anderslautenden Gerüchte kein Risikopatient. Sein Zustand ist "stabil".

von Johanna Hager

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner befindet sich wegen seiner Corona-Erkrankung weiter auf der Intensivstation im Linzer Kepler Uniklinikum. Das bestätigt Haimbuchners Sprecher auf KURIER-Nachfrage. Und: "Manfred Haimbuchners Gesundheitszustand ist stabil."

Der stellvertretende Landeshauptmann von Oberösterreich hatte sich vergangenen Donnerstag auf Anraten seines Arztes ins Klinikum begeben und wird ebendort auf der Intensivstation medizinisch versorgt und künstlich beatmet. Haimbuchner ist kein Risikopatient. Er leide auch nicht -  wie kolportiert -  an einer Stoffwechselerkrankung. Am Wochenende waren entsprechende Gerüchte lanciert worden, Haimbuchners Büros dementierte diese auf KURIER-Nachfrage.

Bekannt wurde der positive Test von Manfred Haimbuchner bereits eine Woche bevor er sich in das Uniklinikum begeben hat.

Rückblick: Am Donnerstag vorvergangener Woche (11.März) wird der 42-jährige FPÖ-Politiker im Zuge einer Covid-Testung vor Beginn einer Landtagssitzung positiv getestet. Ein PCR-Test bringt die Infektionsbestätigung Haimbuchners. Positiv getestet wird an besagtem Donnerstag auch FPÖ-Landesrat Günther Steinkellner.

Während Haimbuchner sich weiter im Spital befindet, übernimmt Steinkellner dessen Agenden in der Landesregierung.

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Andreas Rabl, Welser Bürgermeister und Landesparteiobmann-Stellvertreter, übernimmt bis auf Weiteres Haimbuchners Amtsgeschäfte auf Parteiebene.

Rabl spricht sich im Gespräch mit der APA für Impfungen von Politikern aus, die in einem Krisenstab sitzen - etwa am Ende der Phase Zwei. "Es geht da nicht drum sich vorzudrängeln sondern darum, ein Gefährdungspotenzial einzuschätzen“. Dieses zeige sich auch dadurch, dass in Oberösterreich „"überdurchschnittlich viele Politiker erkrankt sind“. Sie seien meist die einzigen noch nicht Geimpften in den Krisenstäben. Rabls neue Aufgaben reichen von der "Weiterführung der Wahlkampf-Vorbereitungen bis zu politischen Entscheidungen, wie sich die Partei zu bestimmten Themen positioniert“, so Rabl zur APA.

Dabei spreche er sich mit den anderen Stellvertretern des Landesparteiobmanns ab. Haimbuchner habe ein junges motiviertes Team um sich, was die Arbeit sehr erleichtere. "Da sitzt jeder Handgriff.“ Ein morgendliches Telefonat und eine wöchentliche längere Koordinationssitzung sowie allfällige weitere Termine seien die Eckpfeiler seiner neuen Tätigkeit - die Stellvertretung des Bundesparteiobmannes gehöre nicht dazu.

Rabl: "Haimbuchner erwartet längerer Heilungsprozess"

Polit-Arbeit über „seine“ Stadt hinaus sei er als Leiter der internen Reformgruppe zur Zukunft der Partei gewohnt. Haimbuchner erwarte "sicher ein längerer Heilungsprozess, allerdings hoffe ich, dass Manfred Haimbuchner sich früher dazu schalten wird können“. Man müsse unterscheiden, ab wann der Landesparteichef wieder Sitzungen halten und Termine übernehmen können wird oder einfach in Zoom-Sitzungen Dinge mitüberlegen könne. Im ersten Moment sei er natürlich sehr besorgt gewesen und überrascht, aber auch „schockiert, wie schnell es geht“, sagte Rabl zu Haimbuchners Erkrankung. Persönlich "versuche ich die Regeln mit Hausverstand anzuwenden. Lüften, Abstand halten, testen gehen. Man ist sich der Ernsthaftigkeit der Krankheit bewusst“, so der Welser Bürgermeister und Interims-Landesparteichef.

Relevant ist die Vertretung Haimbuchners politisch auch insofern, als dass in Oberösterreich am 26. September 2021 ein neuer Landtag gewählt wird. Manfred Haimbuchner hat in der von der ÖVP geführten Proporz-Regierung unter Landeshauptmann Thomas Stelzer eine LH-Stellvertreter-Position inne. 2015 erreichte die FPÖ 30,4 Prozent. Ende Februar hat die FPÖ erste Wahlplakate präsentiert, die Haimbuchners Gesicht zur Hälfte zeigen.

Neben dem halben Konterfei des FPÖ-Chefs steht der Dreizeiler "Wir.Gestalten.Zukunft".

Wo sich Manfred Haimbuchner mit dem Corona-Virus infiziert hat, ist offiziell nicht bekannt beziehungsweise bestätigt. Bekannt ist, dass der FPÖ-Oberösterreich-Chef am Dienstag (9.3.) vor dem positiven Testergebnis (11.3.) eine "Babyparty" besucht hatte.

"Storchenfeier" oder Landtag?

Manfred Haimbuchner sei, so heißt es aus seinem Büro, zum Brauch des Aufstellens eines Holzstorches ("Storchenfeier") vor ein Haus gekommen und nach zirka 20 Minuten wieder gegangen. Ein Mitfeiern in der Garage wurde seitens seines Büros nicht bestätigt.

An der "Storchenfeier" im Haus bei Steinhaus bei Wels sollen rund 30 Menschen teilgenommen haben. Die zuständige Bezirkshauptmannschaft Wels-Land hat deshalb Erhebungen eingeleitet, um zu überprüfen, ob im Zuge der "Storchenfeier" gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen worden ist, so die zuständige Bezirkshauptfrau Elisabeth Schwetz gegenüber dem ORF-Radio Oberösterreich.

Laut FPÖ-Aussendung steht "der Besuch der Storchenfeier nach derzeitigen Erkenntnissen nicht in Zusammenhang" mit Haimbuchners Corona-Infektion. "Alle dort anwesenden Personen wurden negativ getestet, und den Behörden sind darüber hinaus auch keine damit in Zusammenhang stehenden Infektionen bekannt", heißt es in der offiziellen Stellungnahme der FPÖ weiter. "Als wahrscheinlich gilt derzeit eine Ansteckung im Rahmen der politischen Tätigkeit des Landeshauptmann-Stellvertreters im Landhaus Linz."

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