APA9471190 - 16092012 - REIFNITZ - ÖSTERREICH: Schloss Reifnitz am Wörthersee, aufgenommen am 8. September 2012. Magna-Gründer Frank Stronach hat 2005 Schloss Reifnitz samt sieben Hektar Grund am Ufer des Wörthersees um 6,5 Millionen Euro gekauft. APA-FOTO: GERT EGGENBERGER

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Schloss Reifnitz
03/15/2013

Untreue-Ermittlungen gegen Stronach

Verdacht betrifft Magna-Gründer und Großteil des Gemeinderats von Maria Wörth.

von Brigitta Luchscheider

„Ich bin froh über die Überprüfung. Vielleicht hab’ ich sogar zu viel bezahlt.“ Dieser früher gehegte „Wunsch“ von Frank Stronach geht nun in Erfüllung: Die Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat offiziell Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue im Fall des Ankaufs vom Schloss Reifnitz aufgenommen. Ins Rollen gebracht hatte die Sache ein Immobilienmakler mit einer Sachverhaltsdarstellung im August 2012. Sein Investor war beim Schloss-Geschäft nicht zum Zug gekommen. Der Vorwurf: Magna-Gründer Stronach hätte die Immobilie am Wörthersee samt 6,4 Hektar Grund im Jahr 2005 um 6,4 Millionen Euro und damit zu billig erworben.

Wie berichtet, war der Verkauf des lange leer stehenden Schlosses der Gemeinde Maria Wörth vom damaligen Landeshauptmann Jörg Haider in aller Eile über die Bühne gebracht worden: Der Milliardär wolle dort ein Tourismusprojekt mit Luxushotel und 80 Ganzjahres-Arbeitsplätzen errichten. 14 Gemeinderäte stimmten dafür, es gab nur eine Stimmenthaltung von der SPÖ.

Laut Vertrag konnte die Gemeinde die Liegenschaft zurückkaufen, sollte das Projekt nicht zustande kommen. Doch auch dieses Recht ließ sich die Kommune mit einer Million Euro vor Ablauf der Frist ablösen. Das Schloss wurde mittlerweile renoviert und beherbergt Top-Appartements für Stronach und den früheren Magna-Manager Sigi Wolf. Stronach wird nun – wie auch der Großteil des Gemeinderats von Maria Wörth inklusive Bürgermeister Adolf Stark (FPK) – als „Beschuldigter“ geführt. Ob der Magnat als Doppelstaatsbürger – Österreich und Kanada – eventuell einer Verfolgung entgehen könnte? Erich Mayer von der WKStA: „Wir sind jetzt im Ermittlungsverfahren, das ist dafür nicht relevant.“

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