Politik | Inland
15.11.2018

Spitzenkandidatin Rendi? "Lege für niemanden die Hand ins Feuer"

Hans Peter Doskozil glaubt, dass Rendi-Wagner die SPÖ in die Bundeswahl führt, aber nach Kern ist er vorsichtig.

Für Hans Peter Doskozil reiht sich ein politisches Hochamt ans nächste: Heute hält Burgenlands roter Finanzlandesrat seine erste Budgetrede, Ende nächster Woche geht’s zum SPÖ-Bundesparteitag in Wels, wo die große Oppositionspartei nach den Turbulenzen der vergangenen Monate mit der Wahl von Pamela Rendi-Wagner zur Vorsitzenden einen Neustart versucht.

Auf die Frage, welches Ergebnis er für die erste Frau an der Spitze der Sozialdemokratie erwarte, sagt der designierte Landeshauptmann, „ein ausgezeichnetes, sodass die Partei geschlossen hinter ihr steht“. Auf Prozente lege er sich nicht fest (Doskozil erreichte bei seiner Kür zum Landesparteichef 98,4 %).

Vorsichtig ist Doskozil, der wieder Vize-Bundesparteichef werden möchte, auch für die fernere Zukunft. Ist es fix, dass Rendi-Wagner Spitzenkandidatin bei der nächsten Nationalratswahl wird? Doskozil: „Ich gehe davon aus, aber nach den Erfahrungen der letzten Wochen mit dem plötzlichen Rückzug von Christian Kern würde ich für niemanden mehr die Hand ins Feuer legen“. Unumstößlich sei, dass er im Burgenland bleibe.

Direktwahl des LH

Inhaltlich setzt der künftige starke Mann der 42-Prozent-Partei im Burgenland auf rote Kernthemen und ein Gegenmodell zu Türkis-Blau – Lob der Sozialpartnerschaft, Absage an Privatisierungen und Mindestlohn von 1700 Euro netto im Landesdienst. Ist das auch Linie der Bundes-SPÖ? „Ich gehe davon aus“, antwortet Doskozil, der die SPÖ wieder auf Glaubwürdigkeitskurs bringen will: „Wir müssen umsetzen, was wir ankündigen.“

Wie glaubwürdig war es, dass Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda mehr mit seiner teuren Uhr auffiel als mit Programmatik? Doskozil milde: „Ob er eine teure oder billige Uhr trägt, entscheidet nicht über die Zukunft der SPÖ.“ Für eine Zukunftsfrage hält Doskozil, der offenlässt, ob er 2020 mit den Blauen weiterregiert, hingegen die Personalisierung in der Politik. Deshalb möchte der Landesrat, der am 28. Februar 2019 im Landtag zum Nachfolger von LH Hans Niessl gewählt werden soll, bei der Landtagswahl 2020 die Direktwahl des Landeshauptmannes. Dass dazu die Änderung der Landes- und der Bundesverfassung nötig wäre, schreckt ihn nicht. „Das wäre eine sinnvolle Änderung.“