"Ohne Uni-Milliarde fallen wir weiter zurück"

Heinrich Schmidinger
Heinrich Schmidinger, Präsident der Uni-Konferenz, reichen Mitterlehners Schritte nicht.

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will Privatmittel lukrieren, um die Unis finanziell besser ausstatten zu können. Heinrich Schmidinger, Präsident der Universitäten-Konferenz, reicht das nicht.

"Wir unterstützen das grundsätzlich, aber vorrangig hat der Staat für die ausreichende Finanzierung der Universitäten zu sorgen. Der Löwenanteil des Uni-Budgets, jedenfalls mehr als 90 Prozent, muss von der öffentlichen Hand kommen", fordert Schmidinger im KURIER-Gespräch. Eine Milliarde Euro sind zusätzlich zum Uni-Budget nötig, um den Status quo aufrechtzuerhalten. Schmidinger betont, er verstehe zwar, dass öffentliche Mittel wegen des Hypo-Desasters rar seien. Klar sei aber auch: "Wenn die Uni-Milliarde nicht kommt, werden wir in den Rankings noch weiter zurückfallen."

Zuletzt hatte "Times Higher Eduaction" den österreichischen Hochschulen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Keine einzige heimische Uni schaffte es in dem Ranking, wie berichtet, unter die besten 100 der Welt. Schmidinger erklärt sich das unerfreuliche Ergebnis so: "Österreich hat zwar einzelne Einrichtungen, die zur Weltspitze gehören, aber die Unis als Ganzes können aufgrund der Ausstattung nicht entsprechend mithalten."

Der Rektoren-Chef bringt einen Vergleich: Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, die im Times-Ranking auf Platz 16 liegt und damit die angesehenste zentraleuropäische Uni ist, "hat das vierfache Budget der TU Wien". In Zürich seien rund 500 Professoren für 18.187 Studenten zuständig, an der TU-Wien müssten sich 142 Professoren um mehr als 29.344 Studenten kümmern.

Kommentare