Überschuss liegt bei 1,4 Mrd. Euro, budgetiert waren 514 Mio. Euro

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
08/06/2021

Rekord: Schulden steigen auf fast 90 Prozent des BIP

Paradox: Zinsaufwand sinkt im Jahr des Schuldenrekords erstmals unter ein Prozent BIP.

von Daniela Kittner

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Österreichs Schuldenstand 2015 auf eine Rekordhöhe getrieben, nämlich auf 84,9 Prozent der Wirtschaftsleistung oder 293 Milliarden €.

Danach konnte die Schuldenquote wieder gesenkt werden, bis 2019 sank sie auf 70,5 Prozent des BIP.

Heuer droht ein neuer Schuldenrekord, der den von 2015 deutlich übertrifft: Als Folge der Pandemie wird der Schuldenstand auf 89,6 Prozent des BIP klettern. Das geht aus einer Statistik des Finanzministeriums hervor, die dem KURIER vorliegt.

Das Paradoxe: Im selben Jahr des Schuldenrekords sinkt erstmals in der Geschichte der Republik der Zinsaufwand unter ein Prozent des BIP (siehe Tabelle).

2020 hat Österreich vier Milliarden oder 1,06 Prozent des BIP für Schulden aufgewendet. 2021 wird der Zinsaufwand auf 3,6 Milliarden oder 0,9 Prozent des BIP sinken. In den Folgejahren werde sich der Trend fortsetzen: 2024 rechnet der Finanzminister mit 2,9 Milliarden oder 0,63 Prozent des BIP als Zinsaufwand. Zum Vergleich: In den 1990er-Jahren mussten für den Zinsendienst 3,5 Prozent des BIP aufgewendet werden.

„Kein Freifahrtschein“

Finanzminister Gernot Blümel sagt, Österreich werde in den kommenden Jahren auf den Weg der Budgetkonsolidierung zurückkehren. „Günstige Konditionen bei der Finanzierung dürfen nicht als Freifahrtschein für neue Schulden gesehen werden“, sagt Blümel. Schließlich sei das Gegensteuern in der Pandemie deswegen möglich gewesen, weil nach der Finanzkrise der Schuldenstand zurückgefahren wurde. Österreichs Staatshaushalt müsse für etwaige Krisen in der Zukunft gewappnet sein.

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