© dpa/Oliver Berg

Politik | Inland
06/19/2014

Rasche Steuersenkung hat Vorrang vor Warten auf Reformen

Eine Mehrheit will nicht zuwarten, bis Ausgaben-Bremse greift, und plädiert für Millionärssteuer.

Eine Mehrheit der Bevölkerung ist nicht nur weiterhin für eine rasche Steuerreform. Wie eine OGM-Umfrage im Auftrag des KURIER zeigt, ist das Gros der Bevölkerung (55 Prozent der Befragten) auch dafür, schon 2015 die Steuern zu senken – und das mit neuen staatlichen Einnahmen, wie etwa der von der SPÖ propagierten Millionärssteuer (für Vermögen ab einer Million Euro) zu finanzieren. Demgegenüber sagt mit 36 Prozent nur etwas mehr als ein Drittel der Österreicher, dass zuerst die Staatsausgaben reduziert werden müssen, damit eine Entlastung bei der Lohnsteuer finanziert werden kann.

"Das Hauptmotiv der Befürworter für eine rasche Steuerreform ist aber nicht die Millionärssteuer an sich, sondern die Hoffnung auf ein bisschen mehr Geld im Börsel", erklärt OGM-Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer das Ergebnis der Umfrage. "Das hat vor allem damit zu tun, dass fast alle Österreicher der Meinung sind, dass sie ohnehin nicht von der Millionärssteuer betroffen wären. Bemerkenswert sind die konträren Ansichten von roten und schwarzen Wählern", erklärt Bachmayer weiter: "Nur die ÖVP-affinen Wähler sind klar auf Seiten der Linie von ÖVP-Chef Spindelegger. Sie wollen, dass zuerst im Bundesbudget die Ausgaben gesenkt werden, und erst danach soll eine Steuern gesenkt werden."

Freiheitliche Wähler sind dagegen fast zu gleichen Teilen für eine Finanzierung der Steuerreform durch Vermögenssteuern beziehungsweise durch Sparen beim Budget.

"Für die SPÖ unter Faymann ist das Ergebnis natürlich Rückenwind, weil die Eckpunkte seiner Botschaft eine Mehrheit in der Bevölkerung haben. Und durch die geplante Kampagne der Gewerkschaft dürfte die Zustimmung noch weiter wachsen", sagt der Meinungsforscher. Dennoch dürfe man nicht unterschätzen, dass mehr als ein Drittel lieber warten will, bis Budget-Einsparungen eine Reform finanzieren können.