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Politik | Inland
04/18/2019

Pühringer zu Mitterlehner-Buch: "Verstehe seine Enttäuschung"

Der frühere Landeshauptmann äußert sich nach massiver ÖVP-Kritik über die Abrechnung seines Weggefährten.

"Verletzte Eitelkeit" und "einige Diskrepanzen zwischen Eigenwahrnehmung und der Realität" wurde Reinhold Mitterlehner nach der Veröffentlichung seines Buches "Haltung" am Mittwoch von mehreren namhaften ÖVP-Politikern vorgeworfen. Darin rechnet er mit Türkis-Blau ab, spricht von internen Intrigen und Machtspielen, beschreibt seine Demontage als ÖVP-Chef und Vizekanzler.

Einer, der ihn gut kennt und ihm bis heute "freundschaftlich verbunden ist", ist der frühere Landeshauptmann von OberösterreichJosef Pühringer. Er sagt zum KURIER: "Ich habe Verständnis für seine Betroffenheit und seine Enttäuschung. Die Ablöse hätte anders laufen sollen."

Großes Aber: "Es stellt sich die Frage, ob es gut ist, so ein Buch zu schreiben. Es muss ja für ihn selbst belastend sein, diese alten Geschichten aufzuwärmen."

 

Pühringer war von 1995 bis 2017 Landeshauptmann und ÖVP-Chef in Oberösterreich. Er hat die Karriere von Mitterlehner, ebenfalls Oberösterreicher, von Anfang an begleitet. Mitterlehner war zunächst im schwarzen Wirtschaftsbund in Linz tätig, wechselte dann im Jahr 2000 nach Wien in den Nationalrat, stieg zum Minister mit verschiedenen Ressorts und schließlich zum Vizekanzler auf.

Auf den Inhalt und die schweren Vorwürfe, die Mitterlehner in seinem Buch gegen Türkis-Blau erhebt, will Pühringer nicht eingehen. Er sagt nur: "Ich an seiner Stelle hätte das Buch nicht geschrieben."

Gelesen hat er das Buch übrigens noch nicht; der Inhalt ist ihm ob der aktuellen Berichterstattung bekannt. "Aber ich habe es mir bestellt und werde es bald lesen", sagt der Landeshauptmann a.D., der aktuell Chef des oberösterreichischen Seniorenbunds ist.