Ex-ÖVP-Chef Pröll unterstützt Van der Bellen

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Wahlkampf im Schatten des Kanzler-Abgangs
05/10/2016

Pröll & Häupl unterstützen Van der Bellen

Der grüne Professor "repräsentiert Österreich besser", sagt Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll.

von Philipp Hacker-Walton

Das hatten die Kampagnen-Strategen in beiden Lagern in der Dramaturgie für das Wahlkampf-Finish nicht vorgesehen: Mit einem Schlag steht seit gestern das Hofburg-Duell zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer im Schatten des Kanzler-Abgangs.

Eine Frage, die dabei mitschwingt: Wie wären der grüne Professor bzw. der blaue Kandidat an Heinz Fischers Stelle mit der Situation wohl umgegangen?

Ex-Grünen-Chef Van der Bellen ist dieser Tage bemüht, sich als jener Kandidat zu positionieren, der Fischers Weg der vergangenen zwölf Jahre am ehestens kontinuierlich fortführen würde.

Im Wahlkampf-Endspurt sammeln sich nun namhafte Vertreter der Wirtschaft hinter Van der Bellen. Die Botschaft: Er würde – wie Fischer, der viel mit Wirtschaftsdelegationen im Schlepptau reiste – international Türen öffnen für die heimische Wirtschaft.

Montagabend fand sich in der Albertina eine illustre und parteiübergreifende Gästeschar ein, die Van der Bellen unterstützt: Der langjährige Raiffeisen-General Christian Konrad war ebenso dabei wie Ex-Siemens-Managerin und SPÖ-Politikerin Brigitte Ederer, sowie Almdudler-Chef Thomas Klein. Von Seiten der SPÖ sah man zudem Bürgermeister Michael Häupl und Ex-Kreisky-Sekretär Wolfgang Petritsch.

Dazu viel Polit-Prominenz aus den Reihen der Volkspartei: Ex-Ministerin Claudia Bandion-Ortner, Ex-Raiffeisen-General Ferry Maier – und Ex-Parteichef Josef Pröll. Dieser begründete seine Unterstützung für den grünen Professor folgendermaßen: "Bürgerlicher Anspruch ist es, sich eine Meinung zu bilden und diese zu artikulieren. Daher sage ich: Alexander Van der Bellen repräsentiert Österreich besser im Ausland. Das ist für die Wirtschaft unverzichtbar."

Zuspruch erhält Van der Bellen auch von Künstlern: In die Albertina kamen u. a. Schauspielerin Kristina Sprenger, Kabarettist Wolfgang "Fifi" Pissecker und Maler Arik Brauer.