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Politik Inland
02/10/2022

Plakolm in Albanien: "EU ohne Westbalkanstaaten wie Schnitzel ohne Preiselbeeren"

Österreichs Jugend-Staatssekretärin besucht Tirana, die Europäische Jugendhauptstadt 2022.

von Elisabeth Hofer

Es ist eine ihrer ersten offizielle Reisen als Staatssekretärin für Jugend, die Claudia Plakolm heute, Donnerstag und morgen absolviert. Das Ziel ist Tirana - die Hauptstadt Albaniens und Europäische Jugendhauptstadt 2022. 

Die EU begeht 2022 das Europäischen Jahr der Jugend, in dem den Prioritäten der Jugend in den relevanten EU-Politikbereichen und bei allen Entscheidungsprozessen besondere Beachtung geschenkt werden soll.

Doch Albanien ist noch kein EU-Mitglied. Plakolm will deshalb im Zuge ihrer Reise die Perspektive junger Menschen auf den Beitritt EU-Albaniens in den Fokus stellen, wie sie ankündigte. „Die EU ohne die Staaten des Westbalkan ist für mich wie ein Schnitzel ohne Preiselbeeren.“

Schon 2009 hat Albanien einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt, seit Juni 2014 gilt das Land offiziell als Beitrittskandidat. Im Oktober 2021 hat der Länderbericht der EU-Kommission die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen empfohlen. Dazu muss Albanien aber bestimmte Kriterien erfüllen. Dazu zählt vor allem die Funktionsfähigkeit des Verfassungsgerichts und der obersten Gerichtshöfe sowie der Annahme einer Wahlrechtsreform.

Österreich hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Tschechien und der Slowakei ein Schreiben an den Hohen Außenbeauftragten der EU, Josep Borrell, verfasst. Darin wird gefordert, dass Schritte zur Integration der sechs Beitrittskandidaten des Westbalkans in die EU bereits am Weg zum Beitritt gesetzt werden sollen. 

Hier sei Eile geboten, sagt Plakolm. „Wir müssen dringend Tempo machen. Was hilft es uns, wenn den Westbalkanstaaten bereits im Startraum der Beitrittsverhandlungen die Luft ausgeht. Wir müssen endlich die Laufstrecke freigeben und motivierend zur Seite stehen.“

Aus ihrer Sicht spreche "absolut nichts dagegen, beispielsweise Albanien voll und ganz in Erasmus und Interrail zu integrieren". Es sei ein ganz wesentlicher Teil der Europäischen Union und des Erwachsenwerdens, sich frei bewegen zu können und andere Länder zu erkunden. "Genau das müssen wir jungen Menschen des Westbalkans ermöglichen und natürlich jungen Österreichern umgekehrt genauso."

Nach einem Treffen mit dem österreichischen Botschafter in Albanien, Christian Steiner, wird Plakolm den Bürgermeister von Tirana, Erion Veliaj, und Bora Muzhaqi, die Staatsministerin für Jugend und Kinder treffen und sich mit jungen albanischen Wirtschaftstreibenden austauschen. 

Am Freitag steht dann ein Arebeitsfrühstück mit Vertretern der Western Balkans Youth Co-operation Platform auf dem Programm sowie Treffen der Staatssekretärin Plakolm mit Young European Ambassadors und dem Generalsekretär des Regional Youth Co-operation Office, Albert Hani.

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