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Politik Inland
02/07/2020

ÖGB-Präsident wirft sich für Pfleger in die Bresche

Katzian wirbt für Arbeitszeitverkürzung auf 35-Stundenwoche. Sie dürfte auf Etappen kommen, sonst folgen Warnstreiks

Im Streit um einen neuen Kollektivvertrag für die 125.000 Beschäftigten der Gesundheits-, Sozial- und Pflegeberufe macht sich jetzt auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian für die Arbeitszeitverkürzung von 38 auf 35 Stunden pro Woche stark. Katzian sagte vor der entscheidenden Verhandlungsrunde am Montag zum KURIER: „Die Pflege ist ein extrem belastender Beruf, nicht nur körperlich, auch mental. Wir wollen klar in Richtung Arbeitszeitverkürzung gehen. Für die Teilzeitbeschäftigten wäre das ein kräftiges Lohnplus jenseits der acht Prozent und für die Vollzeitbeschäftigten eine echte zeitliche Entlastung.“

Auch Katzian weiß, dass es nahezu unmöglich sein dürfte, in einem Schritt eine Reduktion um drei Stunden umzusetzen. Die Rede ist branchenintern von einem mehrjährigen Etappenplan. Auch Sozialminister Rudolf Anschober findet diesen Ansatz gut, wie er zum KURIER sagte. Sein Modell wäre über die nächsten „vier Jahre um zwei Stunden weniger“ zu arbeiten. Ob dem die Arbeitgeber am Montag zustimmen werden, ist fraglich. Wenn nicht, will die Gewerkschaft von Dienstag bis Donnerstag Warnstreiks abhalten.

Die Situation ist deshalb so verfahren, weil sich die Arbeitgeber nicht einig sind. Organisationen wie die Volkshilfe können sich die gestaffelte Arbeitszeitverkürzung vorstellen, große und profitorientierte Anbieter wie die SeneCura-Gruppe sagen wegen des Fachkräftemangels in der Pflege strikt Nein.

Streiken die Pfleger, streiken dann bald auch die Beschäftigten in den Spitälern? Katzian sagt: „Die anderen Branchen werden sich den Sozialbereich bestimmt ganz genau ansehen.“ Miba

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