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Das wartet jetzt auf den neuen ORF-Chef

93 Millionen Euro gestrichen, Direktorenposten unbesetzt, Personalmaßnahmen angekündigt – der Job beginnt ohne Schonfrist.
Ein rotes, rundes Logo mit weißem O steht neben einer Parkplatzanzeige mit der grünen Aufschrift „frei“ und Wegweisern für Gäste und Parkbereiche.

Der erste Akt einer neu gekürten ORF-Geschäftsführung betrifft die Festlegung der Zahl der Direktionen und deren Geschäftsverteilung. Das war bisher immer so. Darauf konnten sich Bewerberinnen und Bewerber einstellen. Auch deshalb haben die meisten ihre Überlegungen, mit welcher Team-Aufstellung sie die ORF-Probleme meistern wollen, in ihren Konzepten ausführlich erläutert.

Diesmal aber gab es noch vor Beginn der Stiftungsratssitzung Kritik an dem Tagesordnungspunkt – von FPÖ-Vertreter Peter Westenthaler, aber auch vom Neos-nahen Stiftungsrat Alexander Zach. Er sah darin eine „unnötige Ho-ruck-Aktion“. Es geht dabei um bis zu vier Direktionen sowie die Chefs/ Chefinnen der neun Landesstudios. In der ursprünglichen Stiftungsratsplanung lagen zwischen Kür von Chef (11. August) und Direktoren (24. September) jedenfalls nur sieben Wochen. Andere Stiftungsräte orteten deshalb eine „Verzögerungstaktik“, für die der ORF keine Zeit mehr habe.

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Andere Probleme

Der ORF hat in den kommenden Monaten noch ganz andere Probleme zu meistern. Generaldirektorin Ingrid Thurnher, die künftig bei großen Fragen in Abstimmung mit ihrer Nachfolge agieren muss, hat die Verwerfungen im Haus samt der Freistellung einiger Top-Manager aufzuarbeiten. Sie ist dabei für die Öffentlichkeit zur personifizierten vertrauensbildenden Maßnahme geworden. Ihre Nichtbewerbung für die Amtszeit ab 2027 hat sie sinngemäß u. a. damit argumentiert, dass sie „freie Hand“ haben will.

Eine große Herausforderung für den ORF sind die Finanzen. Am Mittwoch hat die Bundesregierung im Zuge des Doppelbudgets dem ORF 93 Millionen gestrichen. Die kommen noch aufandere Sparpakete oben drauf (siehe Grafik). Die seit 2024 gesetzlich festgeschriebene Kompensation hatte es für den Entfall der Vorsteuerabzugsfähigkeit gegeben.

Umfang und Kurzfristigkeit, so warnte bereits ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher, rüttelten „an den Grundfesten“ des Öffentlich-Rechtlichen, das Publikum werde das im Programm spüren. Den Einschnitten im Programm, Stichwort Quizshow-Aus, werden auch Personalmaßnahmen folgen.

Die Kompensation war an Bedingungen geknüpft. Dazu gehörte u. a. der Erhalt des Sportspartenprogramms sowie jener des Radio Symphonie Orchesters bis Ende 2026. Das ist nun hinfällig und eröffnet Einsparungsmöglichkeit, die seit Alexander Wrabetz im ORF als „Geiselliste“ bezeichnet wurden.

Beim Zukunftsforum von Medienminister Andreas Babler (SPÖ) am 11./12. September soll es dann auch um den öffentlich-rechtlichen Auftrag gehen. Da wird es viele Ideen geben – dank Verfassungsgerichtshof gibt es hier Leitplanken. Die Arbeit daran, weitere Belastungen dort zu verhindern, wird jedenfalls für zwei Generaldirektoren reichen.

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