Free influenza vaccination programme in Vienna

© REUTERS / LISI NIESNER

Politik Inland
01/22/2021

Österreichs Impfplan wackelt: Astra Zeneca liefert nur Bruchteil seines Impfstoffs

Weil die EU sich so lange bei der Zulassung von Astra Zeneca Zeit lässt, werden jetzt im ersten Quartal deutlich weniger Impfdosen geliefert. Entsprechende KURIER-Vorab-Informationen wurden nun zum Teil bestätigt.

Schlechte Nachrichten von der Impf-Front: Weil die EU sich so lange bei der Zulassung von Astra Zeneca Zeit lässt, bekommen die Europäer vorerst weniger Impfstoff geliefert. Für Österreich heißt das, dass wir jetzt im ersten Quartal statt 2.000.000 Impfdosen nur 600.000 bekommen. Die Zahlen und der Grund wurden von Astra Zeneca nicht bestätigt, wohl mittlerweile aber die Reduktion an sich. Offiziell führt der britisch-schwedische Pharmakonzern als Begründung an, dass "die anfänglichen Volumina (der Lieferungen; Anm.) aufgrund reduzierter Erträge der Impfsubstanz an einem Produktionsstandort innerhalb unserer europäischen Lieferkette geringer ausfallen (werden) als ursprünglich erwartet".

Laut Insidern wurden die Gesundheitsbehörden heute über diese grobe Änderung informiert - nach einer Videokonferenz mit Vertretern von Astra Zeneca. Denn Astra liefert nun offenbar an andere Länder außerhalb der EU aus.

Das Problem dabei: Diese Änderung wirft den Impfplan der Regierung und der Länder völlig über den Haufen. Unklar ist, ob Astra das überhaupt machen darf, schließlich gibt es Verträge.

Bis Ende März sollten alle über 65-Jährigen geimpft werden. Das sind 1,7 Millionen Menschen. Bestellt sind 937.950 Dosen von Pfizer,  200.000 Dosen von Moderna und 2,16 Millionen Astra Zeneca. Wenn es jetzt nur 600.000 sind, geht sich das nicht mehr aus.

Spekulationen gibt es aber auch, weil ein Produktionswerk des Pharmariesen in Indien brennt.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nannte die Verringerungen der geplanten Liefermengen für das erste Quartal durch Astra Zeneca "völlig inakzeptabel".

"Zugesagte Liefermengen müssen eingehalten werden. Gleichzeitig zeigt diese mögliche Entwicklung, wie wichtig es war, dass Österreich in den vergangenen Wochen große zusätzliche Mengen an Impfstoff von Biontech/Pfizer im Rahmen des EU-Beschaffungsprogrammes eingekauft hat", teilte er in einer Aussendung mit.

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