Anschober hört als Landessprecher auf

ERSTES ÖFFENTLICHES AUFTRETEN VON OÖ. LR ANSCHOBER
Foto: APA/RUBRA Rudi Anschober ist zurück, er will allerdings kürzertreten

Nach seinem Burnout tritt Rudi Anschober als Chef der Grünen in OÖ ab. Als Landesrat ist er zurück im Job.

Ich brenne wieder darauf, Politik zu machen. Der Weg zurück ist aber noch lange nicht ganz vollzogen“, sagte Rudi Anschober am Freitag in Linz bei seiner ersten Pressekonferenz nach einer dreimonatigen Burn-out-Auszeit. Oberösterreichs Grüner Landesrat will nun kürzer treten. „Ich werde mich auf die Regierungsarbeit und mein Umweltressort konzentrieren. Ich muss lernen zu delegieren.“

Erste Konsequenz: Anschober wird sich im Laufe des Jahres als Landessprecher der Grünen zurückziehen. Wann? „Ich mache mir da keinen Druck.“ Der 52-Jährige werde in nächster Zeit auch keine Abend- und Wochenendtermine wahrnehmen. „Ich will mein Arbeitspensum schrittweise erhöhen. Es geht hier um meine persönliche Energiewende.“

Die ersten drei Wochen wieder im Job seien „problemlos und mit enorm viel Freude“ verlaufen. Bis Ostern möchte sich Anschober in Richtung einer normalen Arbeitszeit hinbewegen.

In Sachen Genesung war der Landesrat von Anfang an konsequent. „Ich habe die ärztlichen Ratschläge exakt befolgt.“ So schaute sich der Grün-Politiker zuletzt am 23. September eine politische Sendung im Fernsehen an, auch Zeitungen habe er keine gelesen. „Ich hab’ lediglich mitbekommen, dass Obama wieder US-Präsident ist. Das hat mich gefreut.“

Schlafstörungen

Anschober fühle sich gut und körperlich fit. Das war im November noch anders. „Ich war fast die ganze Nacht wach, konnte nur zwei Stunden schlafen.“

Dazu kam ein ständiger Schmerz im Nackenbereich. Ohne starke Medikamente sei gar nichts gegangen. „Ich bin in dieser Zeit nicht einmal mehr mit meinem Hund spazieren gegangen. Mir hat die Kraft gefehlt.“ Anfang Dezember schlief er das erste Mal wieder durch. „Da wusste ich, es geht aufwärts.“

Die Schlafstörungen seien bereits im Frühjahr 2012 aufgetaucht. So richtig schlimm wurde Anschobers Allgemeinzustand im Juli, ausgerechnet bei einem einwöchigen Urlaub auf der griechischen Insel Naxos. „Da habe ich zu mir selbst gesagt: Rudi, jetzt musst du was dagegen unternehmen.“

Der offene Umgang mit seiner Krankheit sei für ihn wichtig gewesen. „Ich stehe für transparente Politik, das will ich auch leben. Es ist keine Schande, krank zu sein.“ Zur Entspannung macht Anschober jetzt Qi Gong – jeden Morgen nach dem Aufstehen, zehn Minuten lang. Geholfen habe ihm auch seine große Leidenschaft, das Kochen. „Ich bin stundenlang in der Küche gestanden. Das hat mich abgelenkt.“

Stolz ist er vor allem auf eine seiner neuen Kreationen: den „Oberberger Stollen“. Anschober: „Eine echte Kalorienbombe mit vier verschiedenen Schokoladensorten.“ Diese Süßspeise hat er zu Weihnachten massenweise verschenkt. „Auch Landeshauptmann Pühringer hat einen bekommen.“

(KURIER) Erstellt am
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