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Politik Inland
08/17/2021

Stummel-Sheriff ertappte rauchenden Minister: Mückstein entschuldigt sich

Wolfgang Mückstein soll eine Zigarette auf den Boden geworfen haben. So geht's nicht. Sagt auch Mückstein, spendet an die Krebshilfe - und besorgt sich einen mobilen Aschenbecher.

von Andreas Puschautz

Einen vermeintlichen Umweltskandal hat ein Aktivist der Wiener Anti-Tschickstummel-Initiative "Ploggerei" am Montag dokumentiert. In einem Facebook-Video behauptet Florian Zach, Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) hätte auf dem Radweg in der Operngasse auf einem E-Scooter fahrend einen noch brennenden Zigarettenstummel einfach auf die Straße geschmissen.

"So geht’s nicht, lieber Wolfgang Mückstein", empört sich der "Ploggerei"-Mitgründer. Und richtet die ultimative Drohung an den Minister: "Muss ich mit deiner Stiefmama reden, dass das nicht in Ordnung ist?"

Besagte "Stiefmama" ist Eva Mückstein, frühere Grüne Nationalratsabgeordnete, seit 2010 Gemeinderätin in Bad Vöslau und selbst in der Vergangenheit an Müllsammelaktionen federführend beteiligt. Keine leere Drohung also.

Zwar ist auf dem Video nur der Stummel, nicht aber der Minister zu sehen. Zach führt jedoch einen Passanten als Zeugen an, auch wenn aufgrund dessen amüsierten Gesichtsausdrucks zumindest angezweifelt werden darf, ob er im Zweifel auch am nächsten Polizeiposten gegen Mückstein aussagen würde.

Ohnehin hat sich Zach aber doppelt abgesichert: Ein Foto soll den Minister an der nächsten Kreuzung auf dem Fluchtfahrzeug stehend zeigen. Die Schlinge zieht sich also zu.

Sollte auch diese - an sich erdrückende - Beweislast noch nicht genügen, hat der Aktivist das Corpus delicti (den ministeriellen Tschickstummel, Anm.) für eine spätere DNA-Analyse gesichert.

"Die Ploggerei hat die Augen überall", warnt Zach auch gleich alle weiteren potenziellen Tschickstummel-Sünder der Stadt.

Mückstein selbst meldete sich am Montagabend zu Wort. "Selbstverständlich", so der Minister schuldbewusst, "sollten Zigarettenstummel stets ordnungsgemäß entsorgt werden. Dass ich das in der Eile am Montag nicht getan habe, tut mir leid."

Am besten solle man übrigens mit dem Rauchen gar nicht erst anfangen – das schone die Umwelt und die eigene Gesundheit, hieß es in einem dem KURIER übermittelten Statement des Gesundheitsministers. Die "Summe des Bußgeldes", das aufs Wegwerfen von Tschickstummeln steht, werde er jetzt an die Don‘t Smoke-Initiative der Krebshilfe spenden - und sich einen mobilen Aschenbecher organisieren.

Die Spanne für Mücksteins Spende liegt bei 50 bis 1.000 Euro. Dieses Bußgeld sieht das Wiener Reinhaltegesetz für das unsachgemäße Wegwerfen von Zigarettenstummeln - wie auch anderem Müll - vor. Erfolgt eine Anzeige, kann die Verwaltungsübertretung bis zu 2.000 Euro kosten.

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