Reinhold Mitterlehner (li.) und Rudolf Hundstorfer wollen den negativen Trend am Arbeitsmarkt stoppen.

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Politik | Inland
05/05/2015

Mitterlehner kündigt Arbeitsmarktgipfel an

"Besorgniserregende Entwicklung" soll gestoppt werden. Einbindung internationaler Experten geplant.

Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ist die zuletzt wieder gestiegene Arbeitslosigkeit "besorgniserregend". Deshalb habe die Regierungsspitze Sozialminister Rudolf Hundstorfer um die Einberufung einer Arbeitsmarkt-Enquete gebeten, bei der u.a. internationale Experten geladen werden sollen, sagte Mitterlehner am Dienstag nach der Ministerrats-Sitzung.

Der Ressortchef verwies darauf, dass im April die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,5 Prozent gestiegen sind. "Wir müssen diesen Trend stoppen", sagte er und verwies darauf, dass die Arbeitslosigkeit in zahlreichen anderen EU-Ländern gesunken sei.

Schulungen direkt in Betrieben

Unter anderem soll laut Mitterlehner die "beschäftigungsnahe Vermittlung" am Arbeitsmarkt forciert werden. Das bedeutet, dass Schulungen von Arbeitslosen nicht mehr nur in Kursen, sondern praxisorientiert direkt in Betrieben durchgeführt werden - finanziert durch das AMS. Damit sollen sich die Chancen erhöhen, dass Betriebe die so geschulten Mitarbeiter dann auch als Arbeitskräfte behalten.

Sofort nach Kündigung zum AMS

Außerdem plädierte Mitterlehner für eine konsequente Umsetzung einer sogenannten "Early Intervention Strategie", wie dies etwa in Deutschland bereits der Fall sei. Dort müsse man sich innerhalb von drei Tagen beim Arbeitsmarktservice melden, nachdem man eine Kündigung in Händen hält. Mit einer rascheren Ergreifung von Maßnahmen durch das AMS seien die Chancen auf Vermittlung in den Arbeitsmarkt größer, sagte der Minister. Angesetzt werden müsse auch bei der überregionalen Vermittlung.

Bundeskanzler Werner Faymann sagte, die Kunst sei es, die Rahmenbedingungen zu verbessern und sich an den guten internationalen Beispielen zu orientieren. Er sprach unter anderem Schwierigkeiten von jungen Arbeitssuchenden an, überhaupt in geregelte Arbeitsverhältnisse hineinzukommen.