Politik | Inland
10/31/2014

Ministerin: Sex-Erziehung im Kindergarten

Heinisch-Hosek will bei Aufklärung früher ansetzen, Experten befürworten den Schritt.

Sexualpädagogik kann nicht früh genug beginnen." Das sagt Gabriele Heinisch-Hosek; und das sagt auch die Mehrheit der Bevölkerung.

Am Freitag präsentierte die Bildungs- und Frauenministerin die Ergebnisse des Frauenbarometers. Und laut der empirischen Studie ist die überwiegende Mehrheit der Österreicher überzeugt, die Sexualerziehung müsse im Kindergarten oder in der Volksschule (48 Prozent Zustimmung), jedenfalls aber spätestens im Alter von zehn Jahren (weitere 41 Prozent Zustimmung) einsetzen.

Heinisch-Hosek will deshalb prüfen, ob Kindergartenpädagogen ausreichend vorbereitet werden, um Kinder in ihrer sexuellen Entwicklung zu begleiten.

Aus Sicht mancher Experten gibt es bei den Lehrkräften hier noch veritable Ausbildungsdefizite. "Wie viele Erwachsene sind Kindergartenpädagogen und auch Lehrer mitunter überfordert, wenn es darum geht, wesentliche Aspekte der Sexualpädagogik weiterzugeben", sagt Wolfgang Kostenwein, psychologischer Leiter des Österreichischen Instituts für Sexualpädagogik, zum KURIER. Kostenwein ist bemüht, einen weit verbreiteten Irrtum aufzuklären: "Sexualpädagogik hat nichts mit dem gern zitierten Aufklärungsgespräch zu tun."

Während das Aufklärungsgespräch zumeist Lehrer und Kinder überfordere, gehe es bei der Sexualpädagogik um viel Grundsätzlicheres. "Es geht darum, dass Kinder einen positiven Zugang zu ihrem Körper und ihrem Geschlecht entwickeln", sagt Kostenwein. "Das braucht kein einmaliges Gespräch, sondern eine permanente Begleitung – und die fehlt mitunter."