SPÖ hofft, dass der Papa-Monat für alle Väter 2016 realisiert wird.

© KURIER/Jürg Christandl

Kindergeld
10/06/2014

Minister Hundstorfer: "Männer, geht in Karenz!"

Laut Studie haben Männer keine beruflichen Nachteile, wenn sie einige Monate daheim bleiben.

von Maria Kern

In Schweden bleiben fast 90 Prozent aller Jung-Väter nach der Geburt eines Kindes einige Zeit daheim. In Deutschland nimmt immerhin schon jeder dritte Vater die sogenannte Elternzeit in Anspruch. In Österreich geht dagegen nicht einmal jeder fünfte Papa in Karenz.

Es gibt hierzulande also Aufholbedarf, wurde gestern bei einer internationalen Männerkonferenz in Wien – einmal mehr – festgestellt. Gastgeber und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) appellierte daher an seine Geschlechtsgenossen: „Männer, werdet Väter, Männer, geht in Karenz. Man braucht keine Angst davor zu haben.“ Eine Studie im Auftrag des Sozialministeriums habe ergeben, dass Männer keine beruflichen Nachteile erleiden würden, wenn sie zu Hause bleiben, berichtete der Minister. Das Einkommen von Vätern, die 2010 Kindergeld bezogen haben, war demnach zwei Jahre später fast genauso hoch wie jenes der Männer, die keine berufliche Auszeit genommen hatten.

„Zwei Jahre reichen“

Um mehr Väter dazu zu bringen, ihre Sprösslinge in den ersten Lebensjahren zu beaufsichtigen, wird das Kindergeld – wie berichtet – reformiert. Diskutiert wird dabei auch, wie lange man Kindergeld beanspruchen können soll.

Derzeit kann ein Elternteil (meist die Mutter) maximal 30 Monate bezahlt auf Sohn oder Tochter schauen (Mutter und Vater gemeinsam 36 Monate). Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek befindet, das sei zu lang: „24 Monate reichen aus, weil auch der Kündigungsschutz nach zwei Jahren endet.“ Die SPÖ-Ressortchefin möchte darüber im Zuge der Kindergeld-Reform diskutieren. ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin könnte sich mit den zwei Jahren durchaus anfreunden, in der Partei sehen das aber viele skeptisch.

ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm hat in der Presse deponiert, dass die „Langform“ nicht gestrichen werden dürfe. Die längste Kindergeld-Variante (30 plus 6 Monate) ist nach wie vor die beliebteste. Rund 40 Prozent der Eltern wählen dieses Modell. Ein Grund dafür dürften die fehlenden Kinderbetreuungsplätze sein. Hier will die Regierung ja gegensteuern, 300 Millionen sollen in Kindergärten und Krippen fließen. In zwei, drei Jahren könnte es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Zweijährige geben, meint Heinisch-Hosek.

Etwas früher, vermutlich 2016, könnte der Papa-Monat in der Privatwirtschaft realisiert werden, sagt Hundstorfer. Er wird demnächst mit der Wirtschaft darüber verhandeln. Öffentlich Bedienstete können bereits einen vierwöchigen (unbezahlten) Urlaub nach der Geburt eines Kindes nehmen. Heinisch-Hosek strebt einen Papa-Monat für alle Väter an. In dieser Zeit sollen die Männer Kindergeld erhalten – und Lust darauf bekommen, später in Karenz zu gehen. Damit die Mütter früher in den Job zurückkehren können.

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