Politik | Inland
10.05.2017

Minenfeld ÖVP: Der schwere Stand der Parteichefs

Mit seinem vorzeitigen Abgang als ÖVP-Chef folgt Reinhold Mitterlehner ganz der Tradition seiner Partei. Eine interaktive Chronologie.

Jetzt war es also auch Reinhold Mitterlehner zu viel. Gerüchte um seinen Rückzug verfolgten den nach dem unsanften Abgang von Michael Spindelegger zunächst als "Django" zum Hoffnungsträger seiner Partei ausgerufenen Oberösterreicher schon länger. Verantwortlich für seinen nunmehrigen Rückzug, so Mitterlehner, seien (neben den Gerüchten in den Medien) auch die Strukturen und ständigen Querschüsse in seiner eigenen Partei. Es ist ein Ermüdungsbruch, wie ihn die meisten ÖVP-Chefs erlitten haben.

Reinhold Mitterlehner war der sechzehnte ÖVP-Chef, womit es die Partei seit Gründung der Zweiten Republik auf fast doppelt so viele Obleute bringt wie ihr Koalitionspartner: Christian Kern ist der neunte SPÖ-Chef. Und kaum ein "Schwarzer" ist von sich aus gegangen, fast immer waren parteiinterne Intrigen im Spiel. Schon Leopold Figl und Julius Raab, die wesentlich zum Wiederaufbau des Landes beigetragen haben, wurden von der eigenen Partei eiskalt abserviert.