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Politik Inland
04/02/2021

Milliardenverluste: Was uns das langsamere Impftempo kostet

Im internationalen Vergleich erzielt Österreich durch das langsamere Impftempo hohe Wertschöpfungsverluste.

von Elisabeth Hofer

Das Impfen der österreichischen Bevölkerung gegen das Coronavirus läuft nicht optimal – das ist kein Geheimnis. Erst am Mittwoch hatte die Stadt Wien ihr Impfziel revidieren müssen. Es sei nicht möglich, das Ziel, bis Ende Juni 70 Prozent der Wiener Bevölkerung zu schützen, einzuhalten, hieß es.

Schlimmste Konsequenz des im internationalen Vergleich schleppenden Impftempos in Österreich ist freilich der Verlust von Menschenleben. Davon abgesehen entstehen dadurch aber auch Milliardenkosten – das geht aus einer Berechnung der wirtschaftsliberalen Denkfabrik Agenda Austria hervor. Konkret geht es um Verluste von bis zu 14 Milliarden Euro.

Langsames Aufholen

Diese Werte errechneten die Ökonomen in zwei Schritten: Zunächst legten sie fest, wie lange es dauern werde, bis in Österreich so viele Menschen zumindest eine erste Dosis erhalten haben, wie in Großbritannien, Israel oder den USA bis zum Stichtag 28. März. Das Ergebnis: "Selbst wenn es genügend Impfstoff gäbe, würde es noch Wochen dauern, bis Österreich auf dem jetzigen Stand der USA, des Vereinigten Königreichs oder von Israel ist", sagt Agenda Austria-Ökonomin Heike Lehner.

Konkret wird Österreich mindestens drei Wochen brauchen, um den Stand der USA zu diesem Datum zu erreichen, für jenen von Großbritannien mindestens fünf Wochen, für Israel mindestens sieben Wochen. Führt man die Rechnung mit weniger optimistischen Wachstumsraten beim Impfen durch, sogar noch länger.

"Dass die anderen Länder einen so großen Vorsprung haben, liegt zum Teil aber auch daran, dass sie früher zu impfen begonnen haben", sagt Lehner.

Im zweiten Schritt überlegte man, welche Verluste entstehen würden, wenn in der jeweils berechneten Zeit lockdown-ähnliche Zustände herrschen würden – wie es im Großteil Österreichs gegenwärtig der Fall ist. "Auch hier gibt es eine Schwankungsbreite, weil die bisherigen Lockdowns zu unterschiedlich starken Einbrüchen geführt haben", sagt Lehner. So seien die Verluste beim ersten Lockdown im Frühjahr stärker gewesen als bei jenem im Herbst. Derzeitiges Best-Case-Szenario: "Nur" 2,8 Milliarden Verlust.

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