Mikl-Leitner und Sobotka tauschen ihre Plätze.

© /Gottfried Schoenho

ÖVP-Rochade
04/09/2016

Mikl-Leitner geht nach Niederösterreich

Pröll-Stellvertreter Sobotka wird neuer Innenminister

von Karin Leitner

Seit Langem wird über eine Regierungsumbildung gemunkelt. Nun ist es so weit. Laut Recherchen des KURIER wechselt ÖVP-Frau Johanna Mikl-Leitner nach Niederösterreich. Sie übernimmt das Amt von Parteifreund Wolfgang Sobotka, wird also Finanzlandesrätin. Sobotka, der auch Stellvertreter von Landeshauptmann Erwin Pröll ist, wird Innenminister. Besiegelt werden soll das morgen im ÖVP-Bundesvorstand.

Mikl-Leitner soll in der neuen Rolle als Nachfolgerin von Pröll aufgebaut werden. Er favorisiert sie ja als politische Erbin. Pröll wird bei der kommenden Landtagswahl nicht mehr kandidieren. Mikl-Leitner war einst Geschäftsführerin der niederösterreichischen ÖVP, hernach Landesrätin. Von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) war vorerst keine Bestätigung für ihren Wechsel nach Niederösterreich zu erhalten. Allerdings hieß es auf Anfrage der APA aus ihrem Büro: "Dass ihr Herz die Innenministerin nach Niederösterreich zieht, ist kein Geheimnis."

MINISTERRAT: MIKL-LEITNER

PK JOHANNA MIKL-LEITNER/OTS BILD

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ARCHIVBILD: LH PRÖLL / BM MIKL-LEITNER / NÖ-FINANZ

Vorposten Erwin Prölls in Wien

Mikl-Leitner war bisher so etwas wie der Vorposten Prölls in der Bundeshauptstadt. Von ihm ins Innenressort dirigiert, vertrat die Innenministerin in der Tradition Ernst Stassers und Liese Prokops nicht nur im eigenen Ressort die Interessen ihres Bundeslands. Praktisch war dabei, dass sich Mikl-Leitner unter Michael Spindelegger auch noch die ÖAAB-Obmannschaft schnappte und ihre Machtbasis so nicht unwesentlich erweiterte.

Diese Talente der studierten Wirtschaftspädagogin aus Hollabrunn erkannte man in der niederösterreichischen Volkspartei früh. Der damalige Landesparteisekretär Ernst Strasser engagierte sie als Marketingleiterin, wirklich auffallen konnte sie erstmals mit der Organisation der "Initiative für Erwin Pröll" bei der Landtagswahl 1993. Fünf Jahre später überantwortete ihr der Landeshauptmann die Geschäftsführung der Landespartei.