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Politik Inland
12/20/2020

Marode Gemeinden: Bund stockt Hilfen um 1,5 auf 2,5 Milliarden auf

Die Kommunen sind wichtige Investoren und Dienstleister. Eine der 2,5 Milliarden ist Vorschuss, der ab 2023 rückverrechnet wird.

von Daniela Kittner

Die Bundesregierung wird das Corona-Hilfspaket für die Gemeinden um 1,5 Mrd. Euro aufstocken, wobei eine Milliarde davon als Vorschuss gewährt wird. Das gab die Regierung am Sonntag gegenüber der APA bekannt. Gemeinsam mit der bereits zur Verfügung gestellten Gemeindemilliarde sollen so insgesamt 2,5 Milliarden Euro für Städte und Kommunen für laufende, aber auch zukünftige Investitionen zur Verfügung gestellt werden, so Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP).

Eine Milliarde Vorschuss mit Rückverrechnung

Zu der bereits im Sommer beschlossenen einen Milliarde des Gemeindepakets, mittels der Investitionsprojekte der Kommunen mit bis zu 50 Prozent vom Bund co-finanziert werden, kommen nun weitere 1,5 Mrd. Euro dazu: Zur Liquiditätserhöhung gibt der Bund im Jahr 2021 Vorschüsse an die Gemeinden in der Höhe von einer Milliarde Euro. Dies bedeutet eine Mindesterhöhung der Zahlungen im Jahr 2021 um 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2020, hieß es aus dem Finanzministerium. Eine Rückverrechnung hierfür ist frühestens ab dem Jahr 2023 vorgesehen.

Ausgleich für entgangene Ertragsanteile

Ohne künftige Rückverrechnung erhöht der Bund die Zuschüsse, die zur Deckung von fehlenden Ertragsanteilen an die Gemeinden vergeben werden: Laut aktueller Berechnungen des Finanzministeriums werden den Gemeinden im März 2021 insgesamt etwa 400 Mio. Euro diesen Steueranteilen fehlen. Diese werden ersetzt.

Zusätzlich erhöht der Bund den Strukturfonds für die finanzschwachen Gemeinden im Jahr 2021 um 100 Mio. Euro. Hier ist ebenfalls keine Rückzahlung vorgesehen. Zur Umsetzung des Vorhabens ist ein Beschluss im Nationalrat notwendig. Wann das Paket technisch auf den Weg gebracht wird, ist noch offen, es soll aber demnächst geschehen.

Blümel: "Wichtige Rolle als Investoren"

„Die Städte und Gemeinden haben durch die andauernde Pandemie und die damit verbundene Wirtschafts- und Beschäftigungskrise enorme Einnahmenausfälle bei gleichzeitigen Mehrkosten zu schultern“, teilte Blümel in einem schriftlichen Statement gegenüber der APA mit. „Aber gerade in dieser Krise werden die Kommunen als wichtigste Investoren für die regionale Wirtschaft und die damit verbundenen österreichischen Arbeitsplätzen in unseren Klein- und Mittelbetrieben gebraucht. Denn Österreichs Städte und Gemeinden werden in den nächsten Jahren beim ,Rausinvestieren aus der Krise' eine gewichtige Rolle zu spielen haben.“

Kogler: "Wichtige Dienstleister"

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) betonte, mit dem vorliegenden „zweiten Gemeindepaket“ gelinge ein „großer Schritt in Richtung finanzieller Absicherung der Gemeinden und ihrer sozialen Aufgaben - gerade im Bereich Kinder-, Jugend- und Seniorenbetreuung“. Dies unterstütze vor allem „die ohnehin immer mehrfach - und in Covid-Zeiten besonders - belasteten Frauen“. „Der jetzige Mix aus Liquidität, Zuschüssen und Investitionshilfen in Höhe von insgesamt 2,5 Milliarden Euro ist eine gute Grundlage, um den finanz-, sozial- und beschäftigungspolitischen Herausforderungen aktiv Rechnung zu tragen“, sagte er.

Gemeindebund zufrieden

Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl dankte der Regierung für den Schritt und die Verhandlungen „auf Augenhöhe“, es handle sich um ein „wichtiges und notwendiges Hilfspaket“. „Die Corona-Krise trifft die Gemeinden finanziell in einer noch nie da gewesenen Härte. Der dramatische Rückgang der Ertragsanteile und die teils hohen Ausfälle bei der Kommunalsteuer in Verbindung mit steigenden Ausgaben haben die Budgets unserer Gemeinden schwer unter Druck gebracht“, sagte er. „Die direkte Hilfe in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für das Jahr 2021 wird in den Gemeindestuben für ein Aufatmen sorgen und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister beruhigter und sicherer ins neue Jahr starten lassen.“

SPÖ hatte Druck gemacht

Vor allem die SPÖ-Bürgermeister hatten in den vergangenen Wochen Alarm geschlagen, dass die Städte und Gemeinden finanziell an den Rand der Belastbarkeit schlittern, und viele bald ihre laufenden Kosten nicht begleichen können würden.

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