FPÖ und NEOS kritisieren möglichen dritten Lockdown

© APA - Austria Presse Agentur

Leitartikel
12/19/2020

Lockdown Nummer Drei: Das zerrt jetzt echt an den Nerven

Im Moment ist eine große Portion Zuversicht nötig (und eine Prise Niedergeschlagenheit verständlich).

von Martina Salomon

Da muss man dem obersten Gewerkschafter recht geben: „Die beste Starthilfe ins Neue Jahr ist Zuversicht“, hat Wolfgang Katzian diese Woche als Weihnachtsgrüße ausgesandt. Die ist in diesen (wettermäßig allerdings nur in Wien) grau-düsteren Monaten tatsächlich „Mangelware“. Nicht nur das Virus, auch Grant und Unverständnis breiten sich epidemisch aus. Was kein Wunder ist.

Versuchen wir dennoch das fast Unmögliche und betrachten die Situation mit Optimismus (Humor geht nicht mehr – bzw. nur noch bei Pammesberger). Diese Pandemie hat immerhin einen Digitalisierungs- und Kreativitätsschub ausgelöst. Viele haben erfolgreich Neues gewagt (auch wir im KURIER). Und man erkennt, welchen Luxus wir gewohnt waren: Geselligkeit, Reisen, Kultur, Bildung, Kulinarik, regional einkaufen, gutes Sozialnetz, blühende Unternehmen. Lieber Augustin, alles ist hin!?

Nein, sagt der kluge britische Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson. Er prophezeit im Handelsblatt-Interview einen großen Wirtschaftsboom nach Pandemie-Ende. Die Krise werde die „stärkste, aber kürzeste Rezession“ sein und weniger Auswirkungen haben als die Finanzkrise 2008. Er schärft aber auch den Blick auf das Danach: Auf den schwelenden kalten Krieg zwischen China und den USA, der bleiben wird, und in dem Europa seiner Meinung nach nicht mehr länger neutral bleiben kann. Doch halt: Das könnte jetzt gleich wieder deprimierend werden…

Martina Salomon

Man kann es nicht beschönigen: Ein weiterer Monat Freiheitsentzug ist brutal. Besonders für Städter, die nicht auf den Berg gehen, Ski fahren oder mit Nachbarn über den Zaun hinweg plaudern können. Dass man in der Stadt nicht wenigstens ins Museum oder mit Test und Masken in ein Konzert gehen darf, ist unsinnig.

Interessant ist der Kniff der Regierung, ab 18. Jänner alle zum Massentest zu „motivieren“: Wer negativ ist, hat ein paar Tage früher ein bisschen mehr Normalität zurück. Geldgeschenke wären ja absurd gewesen. Vielleicht schon im Februar sollen außerdem Selbsttests für zu Hause kommen. Das wird vieles vereinfachen.

Ob alle Verordnungen vernünftig waren (sicher nicht), werden wir erst im Nachhinein wissen. Wer über die Grenzen schaut, sieht, dass andere Staaten ähnlich (hilflos) agieren. Und es ist schon ein wenig absurd, wenn die heimischen Regierungskritiker, die bis dato Merkels Politik über den grünen Klee lobten, nun dieselben Maßnahmen bei uns beklagen. Für die erstaunlich lockeren Schweizer sind wir netterweise sogar kein Risikogebiet mehr. Für die strengen Deutschen schon. Und in Schweden kritisiert der König persönlich den Chef-Virologen. Das wird also ein eher freudloser Winter. Kommenden Donnerstag feiern wir eine wirklich „Stille Nacht“ – mit der Aussicht auf wieder bessere Zeiten.

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