Angriff auf Taxler bei Burschenschafterfest: Verfahren gegen Identitäre nun in Wien
Archivbild: Aufmarsch der Identitären Bewegung in Wien.
Zusammenfassung
- Die Ermittlungen zum Überfall auf einen Taxilenker in Leoben wurden an die Staatsanwaltschaft Wien abgetreten, weil dort bereits ein Verfahren gegen einen Verdächtigen läuft.
- Der Taxifahrer soll nach der Weigerung, drei mutmaßlich Nazi-Parolen rufende Burschenschafter zu befördern, von diesen angegriffen und schwer misshandelt worden sein.
- Unter den Tatverdächtigen befinden sich laut APA zwei führende Mitglieder der Identitären Bewegung Österreich, während das Innenministerium eine mögliche Ausweisung der deutschen Staatsbürger prüft.
Nach dem gewalttätigen Übergriff gegen einen Taxilenker in Leoben Ende Juni ist für die Ermittlungen nun die Staatsanwaltschaft Wien zuständig. Wie Behördensprecherin Nina Bussek der APA einen Bericht der Presse bestätigte, hat die Staatsanwaltschaft Leoben die Ermittlungen wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz und versuchter schwerer Körperverletzung abgetreten, da in Wien bereits ein Verfahren gegen einen Verdächtigen anhängig ist.
„Heil Hitler“-Ruf: Taxler verständigte Notruf
Der gewalttätige Zwischenfall hatte sich in der Nacht auf den 20. Juni ereignet, als gerade hunderte Korporierte aus Deutschland und Österreich an einem Fest der Burschenschaft Leder teilnahmen. Der Taxifahrer weigerte sich, drei Burschenschafter zu chauffieren, die in seinem Fahrzeug Platz genommen hatten und Nazi-Parolen von sich gegeben haben sollen. Ein „Heil Hitler“-Ruf soll gefallen sein. Der Taxler verständigte den Notruf.
Taxifahrer gewürgt und am Boden auf ihn eingetreten
Daraufhin versuchten die Burschenschafter zu flüchten, was der Taxler verhindern wollte, um der auf dem Weg befindlichen Polizei die Identifizierung der Männer möglich zu machen. In weiterer Folge sollen die Burschenschafter auf den Taxler losgegangen sein, indem ihn einer würgte und zu Boden brachte, wo mehrmals auf ihn eingetreten wurde.
Hochrangige Identitäre tatverdächtig
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich nach Informationen der APA um zwei führende Mitglieder der rechtsextremen Identitären Bewegung Österreich (IBÖ). Ein weiterer beteiligter Mann war bis zum Bekanntwerden der Vorfälle als parlamentarischer Mitarbeiter eines FPÖ-Abgeordneten tätig. Dafür gab es zuletzt scharfe Kritik der vier anderen Parlamentsparteien an den Blauen. Da es sich bei den beiden Identitären um deutsche Staatsbürger handelt, prüft das Innenministerium derzeit eine mögliche Ausweisung.
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