Christoph Leitl im Faktencheck

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Christoph Leitl im Faktencheck
08/22/2013

Christoph Leitl im Faktencheck

Christoph Leitls Aussagen auf dem Prüfstand - wie wahr sind die Wahlkampf-Aussagen des VP-Wirtschaftskammerpräsidenten?

Seit 2000 ist der 64-jährige Oberösterreicher als Präsident der Wirtschaftskammer einer der Big Player der heimischen Sozialpartnerschaft. Der promovierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler ist Ehrenmitglied im CV und erfolgreicher Geschäftsmann und damit beinahe ein Prototyp für das Selbstbild der ÖVP. Doch sein Leben spielte sich nicht immer auf der Sonnenseite ab. Im September 1979 versuchten vier Männer mit vorgehaltenen Pistolen, Leitl zu entführen. Geplant war, Leitls zu ermorden und damit gegen die "kapitalistische Weltordnung" zu demonstrieren. Nach Polizeiangaben war bereit vereinbart, wo Leitls Leiche begraben werden sollte. Leitl konnte sich durch einen Sprung einen Abhang hinab retten und fliehen.

In seiner Zeit als Wirtschaftskammer-Präsident ließ er immer wieder mit originellen Forderungen aufhorchen: So sollte etwa Griechenland seine Insel verkaufen, um dem Staatsbankrott zu entgehen und heimischen Politikern Prämien für erfolgreiche Wirtschaftspolitik auszuzahlen. Auch in Wahlkampfzeiten ist immer wieder mit Leitl-Sagern zu rechnen. Wie wahr oder falsch diese Sind, untersucht der KURIER-Faktometer.

Christoph Leitl im Faktencheck

... mit deutlichen Verlusten in der Lebensverdienstsumme. Sie werden weltweit keine Gewerkschaft finden, die da Ja sagen kann.

- Paul Kimberger, Chef der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer, 9. September 2013

Solche Schwarz-Weiß-Aussagen sind immer gefährlich. Dem Chef der Lehrergewerkschaft, Paul Kimberger, hätte ein kurzer Blick in die Archive reichen müssen: Für praktisch jede Branche finden sich längst weltweit Beispiele, wo teils drastische Gehaltseinbußen mit dem Segen der Gewerkschaft beschlossen wurden. Nur betrifft das meist die Privatwirtschaft, etwa die Gewerkschafter der United Airlines oder die Mitarbeiter in Zeitungen und Verlagen (auch in Österreich, wo zuletzt ein vermeintliches „wohlerworbenes Recht“, das fünfzehnte Monatsgehalt den Weg allen Irdischen gehen musste).

Drohen Lehrern wirklich „Verluste in der Lebensverdienstsumme“? Die Antwort fällt nicht leicht, manch Detail ist noch unklar. Die Regierung sagt, dass Lehrer am Beginn ihrer Berufslaufbahn künftig mehr verdienen werden. Dadurch ergebe sich nach Zinseszins-Rechnung über das Berufsleben gesehen ein sattes Plus – auch wenn am Ende der Laufbahn Einbußen hinzunehmen sein werden. Die Gewerkschaft schaut hingegen nur auf die zweite Berufshälfte: Bereits nach rund 20 Dienstjahren werde das Einkommen künftig geringer ausfallen. Aufsummiert werden die einzelnen Jahre offenbar nicht.

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