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Politik | Inland
06/18/2019

Krankenkassen: Gewerkschafter kämpfen gegen 400.000-Euro-Logo

Während das Logo angeblich noch gar nicht in Auftrag gegeben wurde, soll es bereits "adaptiert" werden.

Die Fusion der Gebietskrankenkassen wurde unter Türkis-Blau beschlossen. Zuletzt sorgte dabei ein Logo für der neuen Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) für Wirbel, das für 400.000 Euro in Auftrag gegeben werden sollte. Laut Oberösterreichen Nachrichten sollen zusätzlich Beraterleistungen in Höhe von 10 Mio. Euro ausgeschrieben worden sein.

Die ÖGK sprach diesbezüglich am Montag von "Fakenews". Genannt wurden hingegen ein "Maximalrahmen" für die strukturelle Krankenkassen-Fusion im Ausmaß von 6.230.170 Euro, ein Rahmenbudget von 400.000 Euro für das "Rebranding" und 500.000 Euro für "Personal- und Organisationsentwicklung sowie Change-Management im Rahmen der Organisationsreform".

Bei dem Angebot über 400.000 Euro gehe es um mehr als nur das Logo, zudem sei der Auftrag noch nicht erteilt, sondern erst ein Angebot eingeholt worden, hieß es.

Gewerkschaften wollen "kämpfen"

Die Fraktion der Sozialdemokratischen Gewerkschafter in der Sozialversicherung will "mit aller Kraft" gegen die Realisierung eines teuren neuen Logos für die mit Jahresanfang an den Start gehende Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ankämpfen. Bereits am Wochenende kam es nach Berichten über einen Erstentwurf, für den rund 400.000 Euro veranschlagt wurden, zu scharfer Kritik.

Am Dienstag erklärte nun die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten in der Sozialversicherung, Barbara Teiber, gegen die "Verschwendung von Versichertengeld" werde man "mit aller Kraft ankämpfen. Daher bringen wir eine Spar-Variante für das neue ÖGK-Logo ein." Die FSG werden in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates vorschlagen, "das bisherige Sozialversicherungs-Logo, wie es auch auf der E-Card zu sehen ist, für die ÖGK zu adaptieren".

400.000 Euro Versichertengeld für ein Sozialversicherungs-Logo auszugeben hält die FSG für "grundfalsch". "Das Geld sollte besser ausgegeben werden, etwa um dem Hausarztmangel entgegenzuwirken", so Teiber. "Durch die schwarzblaue Kassenreform wird Geld zum Fenster hinausgeschmissen, anstatt es für Patienten und Patientinnen zu verwenden", so die Gewerkschafterin.

Logo könnte gegen das Urheberrecht verstoßen

Die Kronen Zeitung berichtete indes am Dienstag über ein weiteres Problem mit dem Logo: Der Grüne Kreis, der darauf zu sehen ist, könnte eine geschützte Marke sein. Das Bestattungsunternehmen Wolf aus der Steiermark verfügt über ein beinahe identes Logo, das allerdings nur 20.000 Euro gekostet haben soll.