KPÖ hat ihre Kandidaten für die Nationalratswahl fixiert

KPÖ hat ihre Kandidaten für die Nationalratswahl fixiert
Der Steirer Tobias Schweiger und die Salzburgerin Bettina Prochaska sollen den Einzug in das Parlament schaffen.

Der Termin für die Nationalratswahl steht noch nicht einmal fest, eine Partei hat aber jetzt schon ihre Spitzenkandidaten fixiert: Die KPÖ, die zuletzt mit Wahlerfolgen in Graz und in Salzburg für Aufsehen sorgte, wird mit Tobias Schweiger und Bettina Prochaska in den Wahlkampf ziehen. Das ist das Ergebnis der Parteikonferenz, die mit rund 300 Teilnehmern am Samstag in Graz stattfand.

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Der 33-jährige Steirer Schweiger hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert und war früher bei den jungen Grünen aktiv, die 2017 aus der Partei ausgeschlossen wurden. Seit 2020 ist er bei der KPÖ aktiv, seit 2021 ist er einer der Bundessprecher und vor allem für Kampagnen zuständig.

Prochaska ist Salzburgerin und seit vier Jahrzehnten im Pflegebereich tätig. In diesem Bereich wird auch ihr politischer Schwerpunkt liegen: „Ich erlebe täglich, wie die Pflege an Wand gefahren wird.“

Angebot an Polit-Verdrossene

Nach den Erfolgen in Graz, wo man mit Elke Kahr sogar die Bürgermeisterin stellt, und den elf Prozent, die Kay-Michael Dankl (ebenfalls ein ehemaliger junger Grüner) in Salzburg einfahren konnte, hofft man, nach über sechs Jahrzehnten wieder in den Nationalrat einziehen zu können. „Viele Menschen sind von den regierenden Parteien enttäuscht. Nur mehr ein Drittel hat Vertrauen in das politische System“, sagt Dankl. „Es ist gut, dass mit der KPÖ eine Alternative da ist.“

Trotz seines relativ hohen Bekanntheitsgrads war es für ihn – genauso wie für Kahr – keine Option, selbst als Spitzenkandidat anzutreten. „Ich habe von Beginn an gesagt, dass ich in Salzburg gewählt bin. Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen.“

Inhaltlich bleibt Spitzenkandidat Schweiger noch eher vage: „Ich habe immer eine Sache im Kopf: Ist das, was wir tun, morgen für die Menschen nützlich?“

Neutral im Nahost-Konflikt

Zuletzt hatte die Grazer KPÖ-Bürgermeisterin Kahr Kritik einstecken müssen, weil sie sich nach den Hamas-Terrorangriffen geweigert hatte, die Israel-Flagge auf dem Rathaus zu hissen. Ob er dieses Vorgehen für richtig hält, beantwortete Schweiger am Samstag ausweichend: „Es geht nicht darum, auf welche Seite man sich stellt. Sondern darum, was das neutrale Österreich beitragen kann, damit das Sterben aufhört. Es ist grauenhaft, dass das am 7. Oktober passiert ist, es ist grauenhaft, wie auf beiden Seiten gestorben wird.“

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