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Politik Inland
03/26/2021

Klimaschutz: Wie groß ist Österreichs verbleibendes Kohlenstoff-„Budget“?

Die Restmenge an Kohlendioxid für das Pariser Klimaziel wird nun transparent

Österreich wird sein verbleibendes Treibhausgas-Budget gesetzlich regeln. Am Freitag fand ein entsprechender Antrag, der auf die Forderungen des Klimavolksbegehrens zurückgeht, eine Mehrheit mit Stimmen von ÖVP, Grünen und Neos.

Worum geht es?

Im Klimaabkommen von Paris wurde vereinbart, dass die Erderwärmung auf 1,5 °C bzw. „deutlich unter 2° C“ begrenzt werden soll. Wissenschaftler haben berechnet, wie viel bis zum Jahr 2100 noch ausgestoßen werden könne, um diese Ziele einzuhalten: Der Spezialreport des Weltklimarates nennt 420 bis 580 Milliarden Tonnen als Grenze. Der Unterschied der Mengen erklärt sich über die Wahrscheinlichkeit, dass damit die Erderwärmung auch wirklich begrenzt wird. Bei der größeren Menge nimmt der Weltklimarat eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit an, bei der kleineren 66 Prozent. (Externer Link mit CO2-Budget Dashbord)

Es bleiben maximal 600 Millionen Tonnen

Das Paris-Ziel kann für jeden Staat heruntergerechnet werden. In Österreich haben das die Forscher des Grazer Wegener Centers gemacht. „Mit einer pro Kopf-Aufteilung würde das für Österreich bedeuten, dass wir ab 2018 noch ein Budget von 600 bis 830 Millionen Tonnen zur Verfügung hatten“, erklärt Professor Karl Steiniger. Zieht man den -Ausstoß seither ab, bleibe eine Restmenge von 366 bis 600 Millionen Tonnen übrig. Zur Einordnung: 2019 emittierte Österreich rund 80 Millionen Tonnen.

„Das war ein Anliegen des Klimavolksbegehrens“, erklärt ÖVP-Umweltsprecher Johannes Schmuckenschlager den Beschluss. Was dieser bedeute? „Bevor wir im Ausland teuer Zertifikate kaufen, sollten wir im Inland investieren. Die Formel muss lauten: Weniger ist gleich mehr Arbeitsplätze“.

„Wir müssen uns mit der Tatsache anfreunden, dass jeder Tropfen Öl und jeder Kubikmeter Gas, den wir verbrennen, uns Schritt für Schritt einen Teil unseres -Budgets herunterfrisst“, erklärt Lukas Hammer, Umweltsprecher der Grünen. „Deswegen auch die neue Herangehensweise an den Klimaschutz. Jetzt ist nicht mehr egal, wie viel ich in einem Jahr über dem Ziel emittiert habe, weil es uns vom Budget von den folgenden Jahren etwas wegfrisst.“

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