Politik | Inland
01.11.2018

In Türkei inhaftierte Reporter: ÖJC wirft Regierung Untätigkeit vor

Turnheim: Politiker, die Information der Öffentlichkeit diktieren wollen, sind "Totengräber der Demokratie".

Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC) wirft der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung - auch in ihrer Funktion als EU-Ratspräsidentschaft - vor, nichts zu unternehmen, um in der Türkei "nur aus politischen Gründen" inhaftierte Journalisten freizubekommen. Zudem beklagte der ÖJC am Donnerstag in einer Aussendung, dass Morde an Journalisten in Europa nicht aufgeklärt wurden.

In Gedenken an die heuer bisher 66 weltweit ermordeten Journalisten wies ÖJC-Präsident Fred Turnheim insbesondere auf die Fälle Viktoria Marinowa (Bulgarien), Jan Kuciak und seiner Verlobten (Slowakei), Daphne Caruana Galizia (Malta) und Kim Wall (Schweden) hin, die in den vergangenen Jahren getötet wurden. Leider würden Journalistenmörder auch in Europa oft nicht ausgeforscht. "Denn zu oft sind die Auftraggeber an den Morden im Umfeld der Politik zu finden."

Weiters forderte der ÖJC die sofortige Freilassung aller aus politischen Gründen inhaftierten Journalistinnen auf der ganzen Welt. Allein in der Türkei seien dies 175 Personen, darunter der Österreicher Max Zirngast. Turnheim forderte Bundeskanzler Sebastian Kurz ( ÖVP) auf, sowohl in Sachen Aufklärung von Journalistenmorden in EU-Staaten als auch in Sachen Freilassung Zirngasts "endlich aktiv" zu werden.

"Politiker, die dauernd von Fake News und lügenden Journalisten faseln und bestimmen wollen, wie und worüber die Öffentlichkeit informiert werden soll, sind die Totengräber der Demokratie", fügte Turnheim hinzu. Der ÖJC fordere den weltweiten Schutz der Journalisten.