Politik | Inland
09.04.2016

Hofer beharrt auf Kopftuch-Verbot und will Kreuz in Schulen

Der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer will Ministerin mit Kopftuch nicht angeloben

Norbert Hofer bleibt dabei. Sollte er Bundespräsident werden, würde er "eine Ministerin mit Kopftuch nicht angeloben. Für mich sind Kopftuch und Burka Symbole der Unterdrückung der Frau." Dass ein pauschales Kopftuchverbot, wie Verfassungsexperte Bernd-Christian Funk dem KURIER bestätigt hat, etwa mit der Religionsfreiheit unvereinbar ist, tangiert den freiheitlichen Hofburg-Kandidaten nicht.

Aus für Präsidentenbild?

"Bei der Angelobung wird eine Ministerin kein Kopftuch tragen. Ob sie es im Parlament oder in der Öffentlichkeit trägt, das kann ich nicht beeinflussen." Der Dritte Nationalratspräsident plädiert für eine rasche Entscheidung für das Kopftuchverbot bei Richterinnen. Am religiösen Symbol des Kreuzes in Schulklassen will er festhalten. "Das Kreuz steht für die Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen. Das Christentum und Judentum, der Humanismus und die Aufklärung prägen uns. Worüber wir reden müssen, ist, ob das Bild des Bundespräsidenten in Schulklassen noch zeitgemäß ist." Dass ausgerechnet er, als Anwärter für das höchste Amt im Staat, sich dafür ausspricht, begründet er so: "Es muss mehr um Inhalte denn um Personen gehen. Mir ist wichtiger, dass die Schüler wissen, wie Demokratie, Gemeinde- oder Bundespolitik funktioniert."

Dass das von den übrigen Kandidaten (Griss, Hundstorfer, Khol, Van der Bellen) unterzeichnete Fairness-Abkommen nicht funktioniere, überrasche Nobert Hofer nicht. "Der Wahlkampf ist sicher einer der spannendsten der 2. Republik. Bei jedem werden Fehler gesucht und öffentlich gemacht; doch das gehört zum Politikgeschäft."