Herbert Kickl: FPÖ-Hirn, Hegel-Fan und Hardliner

Herbert Kickl: FPÖ-Hirn, Hegel-Fan und Hardliner
Kickl wird als erster von Kanzler und Bundespräsident gefeuerter Minister in die Geschichte eingehen. Eine Wiederauflage von Türkis-Blau entscheidet sich an der Person des umstrittenen rechten Ideologen.

Sein Händedruck ist fest, sein Parfum erstaunlich süß, sein Erscheinungsbild – Jeans, Hemd, Sakko, Brille – seit Jahrzehnten nahezu unverändert. Herbert Kickl gehört, da sind sich politische Weggefährten aller Couleurs wie professionelle Beobachter einig, zur „DNA der Freiheitlichen“. Gleichsam bewiesen wird das nach Publikwerden des Ibiza-Videos. „Ohne Kickl keine Koalition mit Kurz“ lautet die Direktive in der FPÖ, nachdem der gebürtige Kärntner am 22. Mai 2019 für eine politische Premiere in der Zweiten Republik gesorgt hat: Er ist der erste Minister, der vom Bundespräsidenten auf Vorschlag des Kanzlers entlassen wird.

Das Zerbrechen der türkis-blauen Regierung tut der Präsenz Herbert Kickls keinen Abbruch. Er ist nun geschäftsführender Klubobmann der FPÖ und kandidiert auf Platz zwei der Bundesliste hinter Parteichef Norbert Hofer. Kickl bleibt seinem Image auch nach dem Abgang aus dem Innenministerium treu. Als „Hassprediger“ bezeichnet ihn das Nachrichtenmagazin profil – als ideologischer „Hardliner“, Mastermind und „Hirn der FPÖ“ gilt er spätestens seit seiner Trennung von Jörg Haider.

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