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Politik | Inland
06/07/2019

Hartinger-Mitarbeiter spitzt auf Chefposten in Sozialversicherung

FPÖ-Sekretär betreibt Pensionierung von Josef Probst – und überlegt Bewerbung um dessen Nachfolge.

„Gruß, Volker“: Mit dieser Formel ist ein pikantes Mail gezeichnet, das die Ablöse von Generaldirektor Josef Probst im bisherigen Hauptverband der Sozialversicherungsträger bezweckt.

Absender ist Volker Knestel, Kabinettschef bei Ex-FPÖ-Sozialministerin Beate Hartinger-Klein. Knestel war der eigentlich Mächtige im Sozialressort, er hat mit dem Kanzleramt die Sozialversicherungsreform verhandelt.

 

Inhalt des eMails ist der Entwurf für ein Absetzungsschreiben an Probst, das vom zuständigen Gremium abzusegnen sei. Darin heißt es unter dem Titel: Pensionierung Probst Beschlussfassung Verbandsvorstand „Sie werden gemäß § 149 Abs. 2 DO.A mit Wirksamkeit zum 1. Oktober 2019 in den Ruhestand versetzt, da sie (sic!) zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf die gesetzliche Alterspension wegen Vollendung des Regelpensionsalters haben. (...) Mit Wirksamkeit zum 1. Juni 2019 werden sie (sic!) von einer weiteren Dienstleistung für den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherung bis zum Zeitpunkt der Wirksamkeit der Versetzung in den Ruhestand freigestellt.“

Ibiza stört Karriereplan

Das Mail stammt vom 3. Mai, wurde also 14 Tage vor Ibizagate abgeschickt. Zum damaligen Zeitpunkt war noch ein FPÖ-naher Banker, der in London lebte, als Probsts Nachfolger geplant.

Probsts Posten heißt im neuen Dachverband nicht mehr „Generaldirektor“, sondern euphemistisch „Büroleiter“, ist jedoch mit rund 13.000 Euro Anfangssalär ordentlich dotiert. Der FPÖ-nahe Banker hat in London gekündigt, ist wieder in Wien, dürfte aber nun durch die Finger schauen. Denn nach dem Platzen von Türkis-Blau gibt es einen mächtigeren Interessenten für diesen Posten: Volker Knestel selbst.

Gegenüber dem KURIER bestätigt Knestel sein Interesse. Auf die Frage, ob er Büroleiter im neuen Dachverband werden wolle, sagt Knestel: „Ich habe mich nicht beworben, schließe aber nicht aus, dass ich es noch tue.“ Bis 18. Juni läuft die Frist.