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Politik Inland
05/18/2020

Kunst und Kultur: Andrea Mayer ist neue Staatssekretärin

Abstimmung über die Bestellung von Lunacek-Nachfolgerin war nur noch Formsache. Der Fahrplan steht bereits.

von Raffaela Lindorfer

Die neue Staatssekretärin für Kunst und Kultur im Vizekanzleramt heißt Andrea Mayer (vormals Ecker)

Auch der Fahrplan steht bereits: Morgen, Dienstag, soll Mayer ihren ersten Medientermin absolvieren und als neue Ressortchefin vorgestellt werden. Am Mittwoch ist die Angelobung durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen geplant, wie der KURIER erfuhr. 

Parteigremium hat gewählt

Der in den Parteistatuten festgelegte Ablauf startete mit einer Besprechung des Bundesvorstands mit Parteichef Werner Kogler an der Spitze und Beratungen mit dem grünen Parlamentsklub. Sie gaben eine Empfehlung an den Erweiterten Bundesvorstand (EBV) ab. 

Die Sitzung des EBV fand um 19 Uhr per Videokonferenz statt. Der EBV besteht aus dem Vorstand plus Vertretern des Nationalrats, des EU-Parlaments und der Landesorganisationen - das sind etwas mehr als 30 Personen. Die Abstimmung war geheim, es brauchte eine einfache Mehrheit. 

Es gab keine Gegenkandidatin, wie der KURIER aus internen Quellen erfuhr. Zwar wurden am Wochenende noch Gespräche geführt, Mayer dürfte aber auch die Wunschkandidatin von Parteichef und Vizekanzler Kogler sein. 

Skepsis wegen SPÖ-Nähe

Die Diskussion um die Nachbesetzung Lunaceks war dennoch recht lebhaft: Einige Grüne sind skeptisch, weil Favoritin Mayer als SPÖ-nahe gilt. 

Sie war viele Jahre Kultur-Sektionschefin und damit als Spitzenbeamtin unter diversen SPÖ-Kulturministern tätig. In ihrer Studienzeit war sie zudem beim VSStÖ, der roten Studentenvertretung. 

Aktuell ist sie Kabinettsdirektorin bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen. So ploppte Mayer im Bewusstsein der Grünen auf, die jetzt eine neue Staatssekretärin gesucht haben. 

Bestens geeignet

Die Skepsis mancher können wieder andere in der Partei nicht nachvollziehen: Mayer sei eine versierte Fachfrau, sie kennt das Ressort, den Verwaltungsapparat und die Kultur-Szene. Wer sollte besser geeignet sein? Sie gilt zudem als durchsetzungsstark - eine Eigenschaft, die man in diesem schwierigen Feld braucht. Gerade jetzt, in der Corona-Krise, und darüber hinaus. 

Die Parteifarbe, sofern sie überhaupt zu erkennen sei, spiele da keine Rolle, heißt es gegenüber dem KURIER. Inoffiziell, versteht sich.

Der weitere Fahrplan ist, wie gesagt: Am Dienstag wird sie vorgestellt, am Mittwoch folgt die Angelobung. Danach soll Mayer als neue Kultur-Staatssekretärin ihren ersten Ministerrat absolvieren.