© Claudio Cutarelli

Politik Inland
03/05/2020

Gewessler in Brüssel: Ungewöhnliches Treffen mit Greta Thunberg

Beim Besuch der grünen Umweltministerin in Brüssel lief einiges nicht so ab, wie es die Etikette vorsieht.

von Ida Metzger

Oh, wie ungewöhnlich für die Etikette in Brüssel: Eine Ministerin, die nicht mit der Limousine, sondern ganz einfach zu Fuß zum Doorstep vor dem EU-Ministertreffen kommen will?

Die strikte Autoverweigerung von Österreichs Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) stellt die Securitys in der EU-Kommission vor eine Herausforderung. Grüne Extrawünsche wie diese sind im strengen Sicherheitskonzept nicht vorgesehen. Von ihrem Wunsch weicht Gewessler aber nicht ab – und letztendlich findet sich auch für ihr Statement eine Lösung. Soweit die skurrilen Begleittöne rund um den ersten Besuch der grünen Umweltministerin.

Die Brüsseler EU-Community ist ohnehin seit Mittwoch ganz auf die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg fokussiert. Es ist nicht der erste Besuch von Thunberg in Brüssel –  aber der Hype um die Schwedin ist ungebrochen. Gestern war sie zur Präsentation des Klimagesetzes der EU-Kommission eingeladen. Heute redete sie den EU-Umweltministern ins Gewissen.

"Ihre Rede am Beginn des EU-Ministertreffen hat mich beeindruckt. Es ist erstaunlich, dass ein junge Frau, die sehr fragil wirkt und bei der man spürt, welche Kraftanstrengung es für sie ist, so eine Bewegung initiieren kann", so der erste Eindruck bei Ministerin Gewessler

Zu langsam

Thunbergs eindringlicher Appell an die 27 EU-Minister: den Erkenntnissen und Empfehlungen der Wissenschaftler zu vertrauen, um schneller die CO2-Reduktion voranzutreiben. Im Idealfall um 65 Prozent schon bis 2030 – also schon in zehn Jahren. Ein klimaneutrales Europa im Jahr 2050 geht der Schwedin viel zu langsam. Mehr Tempo fordert sie ein.    

Das Phänomen Thunberg wollte die Umweltministerin gerne näher kennenlernen. Ein kurzes Treffen war geplant. Dafür verlässt Gewessler auch das EU-Ministertreffen, um am Rande einer Fridays for Future-Demonstration am Brüsseler Schumanplatz (wenige Meter vom EU-Ratsgebäude entfernt), das Gespräch mit Thunberg zu suchen.

Doch es läuft nicht wie erwartet: Während die Fridays For Future-Demonstranten  die Umweltministerin mit Fragen und Forderungen bombardieren, ist Thunberg zurückhaltend. Man könnte fast ausweichend sagen - auch wenn Leonore Gewessler als ehemalige Global 2000-Geschäftsführerin selbst für den Klimaschutz auf die Straße ging. Fotos mit Politikern passen offenbar nicht in die Medienstrategie der Umweltaktivistin.

Leere Meter für die Umweltministerin, aber sie nimmt es gelassen. Greta kommt sicher wieder einmal zum EU-Ministertreffen – vielleicht ist sie dann aufgeschlossener.

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