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Politik Inland
07/28/2021

Gerry Foitik: Sieben Millionen Geimpfte als Ziel, sonst weiter Maske

Um den bekannten Krisenmanager war es zuletzt still. Die Corona-Lage hat er aber immer noch fest im Blick.

von Raffaela Lindorfer

Die rote Rettungsjacke – ob bei Pressekonferenzen im Kanzleramt oder im Interview-Studio – war sein Markenzeichen: Gerry Foitik. In der Hochphase der Pandemie war er wohl das Gesicht des Corona-Krisenmanagements.

Zuletzt war es aber still um ihn. Im Herbst hatte ein Papier für Wirbel gesorgt, in dem er vorschlug, Kontaktpersonen weniger zu testen, um in der Wintersaison Reisewarnungen zu vermeiden. Das sei „dumm formuliert“ gewesen, entschuldigte er sich. Und die Stopp-Corona-App, für die er als Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes warb, war ein Flop. Was macht Gerry Foitik eigentlich jetzt?

Der KURIER erreichte ihn telefonisch – und eines vorweg: Fad ist ihm nicht. Foitik ist Teil des „Fachausschuss Covid-19“, ein Beraterstab im Obersten Sanitätsrat im Gesundheitsministerium und auch im Staatlichen Krisen- und Katastrophenmanagement (SKKM) im Innenministerium ist er vertreten.

Neue Leiterin der Rot-Kreuz-Medienstelle ist übrigens Margit Draxl, die frühere Pressesprecherin von Rudolf Anschober, der im April als Gesundheitsminister zurückgetreten ist.

Maske nicht als „Bestrafung“

Foitik hat die Corona-Lage jedenfalls fest im Blick – und beobachtet sie gleichermaßen mit Zuversicht und Sorge. „Zuversicht, weil wir die größten Schwierigkeiten – die Toten, die überfüllten Intensivstationen – hinter uns haben dürften“, erklärt er. „Und Sorge, weil immer noch viel zu wenige Menschen geimpft sind.“

Derzeit sind erst 56 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, Ziel müssten aus Foitiks Sicht 80 bis 90 Prozent sein, also mindestens 7 Millionen Menschen.

Bis es soweit ist, brauche man noch Präventionsmaßnahmen wie die Maske, sagt Foitik – der selbst immer dann FFP2 trägt, wenn auch nur ein einziger Ungeimpfter im Raum ist. Er hält es für einen Fehler der Krisenkommunikation, wenn die Maskenpflicht als „Bestrafung“ für zu hohe Inzidenzen verstanden wird. Kritisch sieht er die Äußerung von Kanzler Sebastian Kurz, der meinte, der Staat habe seine Aufgabe erledigt, indem er die Impfung zur Verfügung stellt – jetzt sei es eine Frage der Eigenverantwortung, das Angebot auch anzunehmen.

„Das stimmt insofern nicht, dass es unter Zwölfjährige gibt, die derzeit noch nicht geimpft werden können“, sagt Foitik. „Wer nicht nur die Ungeimpften, sondern das eigene soziale Leben und das Wirtschaftsleben vor einem weiteren Lockdown schützen will, trägt weiterhin Maske – zumindest im Kontakt mit Ungeimpften.“

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