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Politik Inland

Gecko verteidigt fr├╝he Sperrstunde und warnt: "Silvester ist markanter Wendepunkt"

Experten appellieren zum Jahreswechsel: "Lassen Sie sich testen, feiern Sie im kleinen Kreis."

von Raffaela Lindorfer, Christian Willim

12/29/2021, 10:30 AM

Viel Kritik gibt es aktuell wegen der Vorverlegung der Sperrstunde auf 22 Uhr. Zu Silvester bef├╝rchten Gastronomie und Hotellerie ein Umsatzdebakel (der KURIER berichtete). 

Am Mittwoch melden sich Mitglieder der neuen Krisenkoordination Gecko zu Wort - und verteidigen die Ma├čnahme. 

Markus M├╝ller, Rektor der Med-Uni Wien sagt: ÔÇ×Die aktuellen Ma├čnahmen tragen dazu bei, die Belastung der Intensivstationen weiter zu reduzieren, allen Impfwilligen noch die Gelegenheit zu einer Booster Impfung zu geben und somit f├╝r eine Omikron-Welle vorbereitet zu sein.ÔÇť

Thomas Szekeres, Pr├Ąsident der ├ärztekammer ├ľsterreich h├Ąlt die fr├╝hzeitige Sperrstunde f├╝r ein "wichtiges Signal, um klar zu machen, dass gro├č angelegte Feiern zum heurigen Jahreswechsel gef├Ąhrlich sind und gravierende Auswirkungen aufs Infektionsgeschehen haben k├Ânnen". Die Omikron-Welle, so Szekeres, werde kommen - "es liegt aber an uns allen, wie schnell und wie gro├č sie wird. Wenn wir jetzt vorsichtig sind, dann k├Ânnen wir gemeinsam das Risiko eines weiteren Lockdowns reduzieren". 

Generalmajor Rudolf Striedinger warnt vor gro├čen Versammlungen wie Demonstrationen. Die aktuellen globalen Entwicklungen von Omikron w├╝rden deutlich zeigen, dass dies aus virologischer und medizinischer Sicht nicht ratsam sei. "Wenn notwendig, dann mit Maske und ausreichend Abstand."

"Extrem rasche Entwicklung"

Einen wenig erfreulichen Ausblick aufs neue Jahr gibt Katharina Reich, Generaldirektorin f├╝r ├Âffentliche Gesundheit: "Silvester ist mit gro├čer Wahrscheinlichkeit nicht nur der Jahreswechsel, sondern auch markanter Wendepunkt in der Infektionskurve. Wir m├╝ssen Zeit gewinnen und uns jetzt an die Ma├čnahmen halten."

Ihr Appell zu Silvester: "Lassen Sie sich testen, feiern Sie im kleinen Kreis." 

Die Experten w├╝rden Omikron erst kennenlernen, w├╝ssten aber bereits, dass die Gefahren gro├č seien. "Klar ist, dass wir mit einer neuen Dynamik der Pandemie rechnen m├╝ssen. Extrem rasche Entwicklungen sind zu erwarten", sagt Reich. 

Omikron bald in ganz ├ľsterreich dominant

Wie sich die Infektionszahlen entwickeln, analysiert w├Âchentlich ein Prognosekonsortium, dem unter anderem Peter Klimek und Nikolaus Popper angeh├Âren. Der Bericht soll heute am fr├╝hen Nachmittag auf der Seite des Gesundheitsministerium online gestellt werden, einen ersten Trend hat der KURIER bereits erfahren: 

Der vergangene Lockdown hat f├╝r eine Verschnaufpause gesorgt, die Talsohle bei den Infektionszahlen ist mittlerweile aber durchschritten: Die Infektionszahlen steigen wieder: In den vergangenen zwei Tagen haben sich die Zahlen verdoppelt (mehr dazu hier). 

Die Omikron-Variante, die in Wien bereits dominant ist, wird "in den n├Ąchsten Tagen", wie es hei├čt, in ganz ├ľsterreich dominant sein.

In der kommenden Woche rechnen die Forscher mit einem weiteren massiven Anstieg, da Omikron nach aktuellen Erkenntnissen viel ansteckender ist als Delta. Noch immer nicht ganz klar ist, wie stark die Krankheitsverl├Ąufe sind - und wie sich die neue Welle auf die Spitalsauslastung auswirkt. 

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