Politik | Inland
01.10.2018

Frauenvolksbegehren: Verpflichtende Quoten, 30-Stunden-Woche

Das Frauenvolksbegehren greift Benachteiligungen auf, manche Forderungen erscheinen jedoch unrealistisch

Das Frauenvolksbegehren enthält einen Katalog an Forderungen an den Gesetzgeber, die die zum Teil immer noch eklatanten Ungerechtigkeiten beseitigen sollen.

Zu den umstrittenen Forderungen zählt die Einführung der 30-Stunden-Woche. Sie soll dazu führen, die unbezahlte Arbeit für die Familie und die bezahlte Arbeit im Job gerecht auf Männer und Frauen zu verteilen., Derzeit ist das übliche Modell, dass Frauen Teilzeit arbeiten und Männer Vollzeit. Die Initiatorinnen des Volksbegehrens argumentieren, dass Männer auch gern mehr Zeit für ihre Familie hätten. Durch die 30-Stunden-Woche würden beide Geschlechter gewinnen. Die Sprecherin des Frauenvolksbegehrens, Schifteh Hashemi, sagt, es sei einfach Realität, dass die Frauen immer noch zwei Drittel der unbezahlten Arbeit in Haushalt und Familie machen, daher sei eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung für Männer und Frauen angesagt.

Eine weitere Forderung lautet, verpflichtende 50-Prozent-Quoten auf allen Ebenen der Politik, der Interessensvertretungen und der Wirtschaft einzuführen. Als Argument wird genannt, dass beispielsweise nur 7,5 Prozent der Bürgermeisterinnen Frauen sind.

Bis zum 14. Lebensjahr eines Kindes soll es Rechtsanspruch auf eine kostenlose und qualitativ hochwertige Betreuung geben. Es soll umfangreiche Verbote von sexualisierter Darstellung von Jugendlichen und generell von sexistischer oder stereotyper Darstellung geben. Das betrifft Marketing und Medien in Bild, Wort und Ton. Verhütungsmittel, Schwangerschaftstests und Schwangerschaftsabbrüche sollen auf Kosten der Krankenkasse erhältlich sein. Und nicht zuletzt wollen die Initiatorinnen "Maßnahmenpläne" zum Abbau der Lohnunterscheide zwischen Männern und Frauen.

Mitorganisatorin Schifteh Hashemi im Interview