Politik | Inland
07.02.2018

FPÖ-Historikerkommission soll kommende Woche stehen

Parteivorstand berät über Besetzung und Fahrplan. Die ÖH warnt vor Einbeziehung Höbelts.

Die FPÖ will den Beschluss zur Historikerkommission, welche die Vergangenheit des Dritten Lagers aufarbeiten soll, Anfang kommender Woche fällen. Bei einem Bundesparteivorstand dürften Fahrplan und Besetzung des Gremiums festgemacht werden. Die Studentenvertretung der Uni Wien warnte indes davor, den Historiker Lothar Höbelt in die Kommission aufzunehmen.

Vizekanzler und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hatte angekündigt, die Geschichte des Dritten Lagers in Österreich und somit auch seiner Partei durch ein Gremium von Wissenschaftern beleuchten zu lassen. Auch "dunkle Flecken" sollten dabei beleuchtet werden. Konkreter Anlass für den Vorstoß war die sogenannte Liederbuch-Affäre der Burschenschaft des freiheitlichen Landtagskandidaten Udo Landbauer.

ÖH warnt vor Höbelt

Bis jetzt wurden von der FPÖ noch keine Namen für die Historikerkommission genannt. Ein Parteivorstand, möglicherweise am Montag kommender Woche, soll Klarheit bringen. Die ÖH der Uni Wien warnte jetzt schon davor, den "umstrittenen Professor" Höbelt einzusetzen, dem Nähe zu den Freiheitlichen nachgesagt wird. Dieser habe etwa Beiträge für rechtsextreme Medien verfasst und das Verbotsgesetz als "Ärgernis" bezeichnet.

Nationalratspräsident Sobotka hatte am Sonntag die Eigenverantwortung der FPÖ bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte betont. "Jeder Parlamentarier muss wissen, in welchem Verein er tätig ist", sagte er in der ORF-"Pressestunde". Selbst sprach sich Sobotka dafür aus, die Historikerkommission mit unumstrittenen und international renommierten Wissenschaftern zu besetzen.