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Herbert Kickls schwieriger Klima-Spagat in der Hitzewelle

Auch die FPÖ, die gerne den „Klima-Kommunismus“ geißelt, muss sich aktuell mit den Folgen der Hitze auseinandersetzen.
NATIONALRAT: KICKL (FPÖ)

Wohl nicht ganz zu Unrecht wird der FPÖ und Herbert Kickl nachgesagt, die Klaviatur der sozialen Medien perfekt zu beherrschen. Egal, ob der FPÖ-Chef die „Verliererampel“ geißelt oder Kletterfotos postet – Hunderte Reaktionen sind mittlerweile eine Selbstverständlichkeit. Kritik am FPÖ-Chef ist dabei die Ausnahme. Vielmehr wimmelt es unter den Postings des Parteichefs nur so von blauen Herzen und in Großbuchstaben geschriebenen Huldigungen.

Dieser Tage muss Kickl allerdings einen ebenso seltenen wie heftigen Shitstorm über sich ergehen lassen. Was war passiert? Über einem Bild von einem verdorrten Maisfeld postete der FPÖ-Chef: „Der ÖVP-Landwirtschaftsminister muss aufgrund der Trockenheit endlich handeln! Unsere Bauern brauchen jetzt keine weiteren Beobachtungsrunden, Arbeitskreise oder unverbindlichen Ankündigungen, sondern rasche und konkrete Hilfe.“

Statt Zustimmung hagelt es diesmal Häme und Spott: „Habt ihr FPÖler nicht gesagt, es ist eh nur Sommer und eh nur heiß?“, schreibt ein User. Ein anderer meint: „Jetzt sitzen Sie auch schon dieser Klimahysterie der linken Medien auf, Hr. Kickl.“

Ähnlich erging es FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp mit seiner jüngsten Kampagne für eine „Klimaanlagen- und Fernkälte-Offensive“.

Tatsächlich gehört das Relativieren des Klimawandels und die Kritik an Klimaschutzmaßnahmen seit Jahren zum fixen Repertoire der Blauen. Gerne wettert Kickl bei jeder Gelegenheit gegen den „Klima-Kommunismus“.

Wobei manche seiner Mitstreiter noch weiter gehen, und den Klimawandel per se infrage stellen. Besonders hervorgetan hat sich dabei etwa die Abgeordnete Dagmar Belakowitsch. Vor zwei Jahren meinte sie: Die Warnung vor dem Klimawandel entstamme „grüner Ideologie“, im Sommer sei es immer schon heiß gewesen.

Hitze und Impfen

Gerne wird das Thema mit Corona verknüpft – seit Jahren ein Stimmenbringer für die FPÖ. So sprach noch am vergangenen Montag der blaue EU-Mandatar Gerald Hauser im Zusammenhang mit der jüngsten Hitzetoten-Statistik über eine „Hitze-Panik als Ablenkung vom Impf-Desaster der Systemparteien“.

Doch was sagt die FPÖ selbst zu diesem Spagat zwischen Verharmlosung und Alarmismus? Man leugne einen Klimawandel genauso wenig, wie man damals Corona geleugnet habe, betont man seitens der Partei auf KURIER-Anfrage. Man habe lediglich einen „differenzierteren Blick auf die Themen“.

Während EU und Regierung mit ihrem „Klima-Kommunismus“ Jobs und Wohlstand gefährde, würde der „freiheitliche Zugang mit Hausverstand es ermöglichen, beides miteinander zu verbinden: Auf dem Weg dorthin braucht es weiterhin günstiges russisches Gas, eine Technologieoffensive, etwa zur Bindung von CO2 in tiefen Gesteinsschichten, eine ehrliche Diskussion über heimische Gasquellen und einen technologieoffenen Ausbau der erneuerbaren Energien.“ Österreich könnte aber wie jedes einzelne Land keinen Einfluss auf das Wetter nehmen.

Aber ist auch der heurige Sommer in der Sicht der Blauen ein normaler? „Der Sommer war und ist traditionell jene Jahreszeit, in denen es die höchsten Temperaturen gibt. Das ist auch in diesem Sommer so – mit dem Unterschied, dass heuer neue Rekord-Temperaturen gemessen wurden. Es kann uns heute aber niemand sagen, wie die Sommermonate 2027, 2028 oder 2029 aussehen werden.“

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