Politik | Inland
13.07.2017

FPÖ-Chef Strache erhielt Orden der Republik

Heinz Fischer hatte 2012 nach umstrittenen Äußerungen Straches noch seine Unterschrift verweigert, Bundespräsident Alexander Van der Bellen unterschrieb den Beschluss nun.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat Medienberichten zufolge am Mittwoch das "Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern" verliehen bekommen. Der entsprechende Ministerrats-Beschluss war schon im Jänner 2012 gefasst worden, der damalige Bundespräsident Heinz Fischer hatte aber seine notwendige Unterschrift verweigert.

Grund für Fischers Nein waren damals Straches umstrittene kolportierte Äußerungen beim Ball des Wiener Korporationsrings (damals "WKR-Ball", heute "Akademikerball"). Der FPÖ-Chef soll dort angesichts der heftigen Proteste gegen die Veranstaltung unter anderem gemeint haben: "Das war wie die Reichskristallnacht" und "Wir sind die neuen Juden."

Van der Bellen unterschrieb Beschluss

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den Beschluss nun unterschrieben, hieß es aus der Hofburg, die Verleihung wurde von Nationalratspräsidentin Doris Bures durchgeführt. Neben Strache bekamen noch zehn andere Personen einen Orden verliehen, hieß es aus Bures' Büro.

Ein Ehrenzeichen ist für Abgeordnete nach zehn Jahren im Parlament vorgesehen. 2012 hatte Strache diese Zeit im Nationalrat zwar noch nicht absolviert, sitzt er doch seit 30. Oktober 2006 im Hohen Haus. Allerdings wurde ihm damals offenbar seine Zeit im Wiener Landtag quasi angerechnet - mittlerweile hat er die Zehn-Jahres-Marke aber ohnehin schon übersprungen.