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Politik Inland
07/03/2020

Finanzbildung in Schulen kommt erst 2023 - und für Neos damit zu spät

Neos drängen auf raschere Umsetzung der „financial literacy“ an allen Schulen

Was ist ein Konsumkredit – und wie wird berechnet, was dieser eigentlich kostet? Warum wird Geld mit der Zeit weniger wert? Was ist ein Budget – ob für eine Volkswirtschaft oder für den Sommerurlaub – und wie ist das mit dem Taschengeld? Was hat welchen Wert und welchen Preis?

All das sind Fragen, die bisher im Schulbetrieb eher vernachlässigt worden sind und nun verstärkt in den Unterricht einfließen sollen. Denn immer öfter sind schon Jugendliche hoffnungslos überschuldet. Nicht nur deshalb soll „Financial literacy“, also eine Art finanzielle Grundbildung, in allen Lehrplänen ab der Volksschule implementiert werden.

Eine parlamentarische Anfrage der Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre an Bildungsminister Heinz Faßmann zeigt zwar, dass zahlreiche Experten von der Nationalbank bis zur Schuldnerberatung eingebunden sind, doch die Umsetzung dürfte noch dauern: „Kritisch sehen wir, dass die Umsetzung dieses wichtigen Themas erst ab 2023/24 stattfinden soll. Kinder und Jugendliche brauchen jetzt ein Wissen über alltägliche Life skills, selbstverständlich altersgemäß aufbereitet und diskutiert“, sagt Künsberg Sarre zum KURIER.

Eine ibw-Studie von 2019 belegt jedenfalls, dass hier viel Aufholbedarf besteht: „Obwohl uns wirtschaftliche Entscheidungen ein Leben lang begleiten, fühlen sich viele Menschen wenig informiert und somit nicht ausreichend für den ökonomischen Alltag gerüstet“, so die Studienautoren.

Neue Plattformen

Die Wirtschaftskammer ist schon lange dahinter, dass es mehr „Wirtschaft in der Schule“ gibt. Das Thema ist eines von fünf „Leuchttürmen“ der WKÖ-Bildungsoffensive, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch: Es gibt etliche Projekte, die dazu seit Jahren erfolgreich laufen.

Mariana Kühnel, stv. WKÖ-Generalsekretärin, erklärt dazu: „Die WKÖ hat den Bereich „Wirtschaft in die Schule“ als eines von 5 Top-Projekten in der Bildungsstrategie verankert. Seither ist viel passiert. Etwa über die Plattform „Schule trifft Wirtschaft“, die im Dezember 2019 aus der Taufe gehoben wurde. Hier finden sich aktuell 460 Angebote für 5 bis 18-Jährige, die von Lehrern und Eltern zielgerichtet durchforstet werden können. Sie reichen vom Talentecheck über digitales Schulmaterial bis zu Kontakten von Lehrbetrieben zur Berufsorientierung. Wir wollen damit die Möglichkeit schaffen, Wirtschaft hautnah in der Praxis zu erleben. Darüber hinaus ist die WKÖ in Gesprächen mit dem Bildungsministerium, „Entrepreneurship“ fächerübergreifend zu verankern.“

Hier finden Sie dazu den Link: https://www.wko.at/site/schule-trifft-wirtschaft/start.html

Das Finanzwissen soll übrigens nicht in ein neues Schulfach einfließen, sondern im Rahmen der bestehenden vermittelt werden. In den Volksschulen etwa im Sach- als auch im Mathematikunterricht, später dann in Mathematik sowie Geografie und Wirtschaftskunde. Noch wird an neuen Lehrplänen gearbeitet. Die Neos wollen demnächst auch einen Entschließungsantrag an die Bundesregierung einbringen, der eine raschere Umsetzung des Regierungsprogramms fordert.

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