SPÖ ?ROTES FOYER IM VORFELD DER REGIERUNGSKLAUSUR?: RENDI-WAGNER

© APA/HANS PUNZ / HANS PUNZ

Politik Inland
06/23/2020

"Tönnies verhindern": Rendi-Wagner will Tests in Fleischfabriken

SPÖ-Chefin verweist auf besondere Gefahrensituation in Schlachtbetrieben. Generell mehr Tests bei Arbeit auf engem Raum gefordert.

Nach dem Corona-Ausbruch beim deutschen Fleischproduzenten Tönnies hat SPÖ-Obfrau Pamela Rendi-Wagner in einer Stellungnahme gefordert, dass auch in österreichischen Schlachthöfen Testungen durchgeführt werden sollen - hier herrsche eine besondere Gefahrensituation. Mehr Tests seien aufgrund der Lockerungen aber überall dort notwendig, wo viele Menschen auf engen Raum zusammenarbeiten.

Rendi-Wagner wies auf die Gefahr bezüglich Fleischfabriken hin: Bereits im Mai mussten auch in den USA zahlreiche Fleischfabriken wegen Krankheitsfällen schließen, in Irland infizierten sich ebenfalls hunderte Mitarbeiter aus der Fleischindustrie. Dass es gerade in dieser Branche immer wieder zu Ausbrüchen kommt, liege zum einen an den Arbeitsbedingungen auf engem Raum unter schwerem körperlichem Einsatz, zum anderen aber auch an den Kühltemperaturen im Betrieb, die eine Verbreitung des Coronavirus fördern würden.

"Fall Tönnies" verhindern

"Ein 'Fall Tönnies' muss in Österreich verhindert werden. Gesundheitsminister Anschober soll in Österreichs Schlachthöfen vorsorglich Corona-Tests durchführen, um einen neuen Virus-Ausbruch zu vermeiden", sagte Rendi-Wagner in dem der APA vorliegenden Statement. Die Zahl der Infizierten in der deutschen Fabrik war bis Montagabend auf über 1.500 gestiegen, die komplette Tönnies-Belegschaft stand vorerst unter Quarantäne. Zu Clustern in weit geringerem Ausmaß kam es hierzulande in den vergangen Wochen unter anderem in zwei ostösterreichischen Postverteilerzentren.

Der von ihr angesprochene Gesundheitsminister Rudolf Anschober von den Grünen gab vergangenen Mittwoch bekannt, dass an einer breiten Teststrategie für die kommenden Monate gearbeitet werden, die Anfang Juli wirksam werden soll - mit dem Ziel, die Situation rund um Corona unter Kontrolle zu halten. Anfangs des Monats hatte Anschober bereits ein großes Screening bei Menschen mit "schwieriger Lebenssituation" angekündigt, um im in Zukunft neue Cluster zu verhindern - womit auch Arbeitssituationen prekärer Art gemeint waren.

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