Ex-Vizekanzler und VP-Chef Alois Mock gestorben

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Foto: KURIER/Gerhard Deutsch Alois Mock im Jahr 2002

Mock war Außenminister von 1987 bis 1995 und stand zehn Jahre lang an der Spitze der ÖVP.

Der ehemalige ÖVP-Chef und Vizekanzler Alois Mock ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der "Mr. Europa" der ÖVP galt als einer der Väter der österreichischen EU-Mitgliedschaft. Mock war Außenminister von 1987 bis 1995 und stand zehn Jahre lang an der Spitze der ÖVP. Den bereits sicher geglaubten Sprung ins Kanzleramt haben ihm die Wähler 1986 verbaut.

Aus der Politik verabschiedet hat sich der von einer Parkinson-Erkrankung gezeichnete Mock bereits 1999. Dennoch ist der langjährige ÖVP-Politiker der Öffentlichkeit in Erinnerung geblieben wie wenige andere - etwa mit dem symbolträchtigen Bild vom Schnitt durch den Eisernen Vorhang gemeinsam mit Ungarns Außenminister Gyula Horn drei Monate vor der Grenzöffnung im Juni 1989.

Oder mit dem berühmten "Busserl", das der damalige ÖVP-Außenminister beim Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen Anfang März 1994 der verdutzten SP-Europastaatssekretärin Brigitte Ederer auf die Wange drückte. Trotz seiner Erkrankung trat Mock nach wie vor in der Öffentlichkeit auf. Abgeschlossen wurde seine politische Karriere im Nationalrat.

Mock hinterlässt Ehefrau Edith, mit der er über 50 Jahre verheiratet war.

Van der Bellen: Mock ist Vater des EU-Beitritts

Tief betroffen zeigt sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Mock sei ein Vater des EU-Beitritts und ein großer Europäer gewesen. Als Parteiobmann der ÖVP und Vizekanzler sei Mock ein auf Konsens ausgerichteter Politiker gewesen, der sich stets bemüht habe, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen.

Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) meinte zum Tod ihres näheren Landsmanns und Parteifreunds, Mock habe die Geschichte der Republik wesentlich geprägt und mitgeschrieben. Sein unermüdlicher Einsatz, seine politische Hingabe und seine Liebe zu Österreich und Europa würden unvergesslich bleiben.

Mock habe stets nach festen Überzeugungen und Werten gelebt, mit staatsmännischer Weitsicht gehandelt und mit Hartnäckigkeit seine Ziele verfolgt, betonte ÖAAB-Obmann August Wöginger in seiner Würdigung. Sein Lebenswerk werde Österreich und besonders den ÖAAB immer begleiten, schrieb er im Gedenken an den ÖAAB-Ehrenringträger Mock.

Mit Mock verliere Österreich einen Politiker, der das Land entscheidend mitgeprägt habe, betonte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. Mock sei stets zu seinen Überzeugungen und Idealen gestanden und habe über Handschlagqualität verfügt. Mock sei ein Politiker der alten Schule gewesen, der stets den Dialog gesucht und einen respektvollen Umgang mit den politischen Mitbewerbern gepflegt habe.

Erinnerungsphoto einer "besonderen" Fussballmannschaft: Mit dabei auch (l.n.r./ stehend,dann hockend) Alois Mock, Heinz Fischer, Wolfgang Schüssel und Karl Blecha. Bereits 1969 war Alois Mock (li. hinten) in der Regierung: Als Unterrichtsminister unter Kanzler Klaus. Alois Mock (rechts) 1983  im Parlament im Gespräch mit Andreas Khol. 1979 war Mock zum Bundesparteiobmann der ÖVP gewählt worden. Kanzler Franz Vranitzky, ÖVP-Chef Alois Mock und FPÖ-Chef Jörg Haider am Wahlabend des 23. November 1986. Alois Mock und  Franz Vranitzky (SPÖ) bei der TV-Diskussion zur Nationalratswahl 1986. Die ÖVP erreicht bei den Nationalratswahlen 41,29 % und wird Zweiter. Mock wird Vizekanzler und übernimmt das Außenministerium (im Bild die Angelobung durch den Bundespräsidenten) Für Erheiterung sorgte sein Outfit beim Staatsbesuch in Jordanien (1987) Sternstunde für den damaligen Außenminister: 1989 durchschneidet Mock den Eisernen Vorhang an der Grenze zu Ungarn. Nächste Sternstunde 1994: Mock feiert mit Brigitte Ederer den erfolgreichen Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen. Mock mit Präsident Klestil: Man feiert den Beitritt Österreichs zur EU. Vertragsunterzeichnung  in Korfu im Juni 1994: Botschafter Dr. Manfred Scheich, Bundeskanzler Dr. Franz Vranitzky und Aussenminister Dr. Alois Mock unterzeichnen die Beitrittsurkunde 1995 wurde bei Mock Parkinson diagnostiziert. 1996 erhielt er das Ehrendoktorat der Universität Tirana. Festakt im Parlament anlässlich des 70. Geburtstags von Alois Mock, hier mit seiner Frau Edith. Mock mit Alt-Bundespräsident Waldheim. Bereits schwer gezeichnet von der Krankheit im Jahr 2012.
(KURIER/apa / jk, tem, and) Erstellt am
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