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Politik Inland
01/02/2021

EU bestellte nach: Zwei Millionen Impfdosen mehr für Österreich

EU orderte 100 Millionen Pfizer-Impfdosen, auch Österreich profitiert davon. Wien will schon am 6. Jänner weiterimpfen.

von Ida Metzger

Es ist eine Meldung, die zum Jahreswechsel unter den besonderen Corona-Bedingungen offenbar unterging, die aber positive Auswirkungen für Österreich hat. 48 Stunden bevor das Krisenjahr 2020 zu Ende ging, zog die EU die Option, weitere 100 Millionen Pfizer-Impfdosen zu ordern.

Was bedeutet das für Österreich? Das Kontingent erhöht sich von 3,5 Millionen Impfdosen um zwei Millionen. Insgesamt können dieses Jahr 5,5 Millionen Impfungen geliefert werden.

Ab kommender Woche erfolgen Teillieferungen von wöchentlich rund 60.000 Dosen. Am 12. Jänner sollen die Impfungen fortgesetzt werden. Wien will allerdings nicht warten, gab Gesundheitsstadtrat Peter Hacker laut ORF bekannt. Geplanter Termin für den Start ist der 6. Jänner.

Am selben Tag soll der Impfstoff von Moderna zugelassen werden. Hier bekommt Österreich im ersten Quartal 200.000 Impfdosen.

Trotz der guten Nachricht ist die Situation in der EU „nicht so rosig“, wie BioNTech-Chef, Uğur Şahin, im Spiegel-Interview sagte. Im Vergleich dazu: Die USA sicherte sich bereits im Juli des Vorjahres 600 Millionen Impfdosen – also doppelt so viele wie die EU. Und die EU orderte erst im Herbst 2020 bei BioNTech-Pfizer. Insgesamt hat die EU mit sechs Impfstoff-Herstellern Verträge abgeschlossen. Der Grund für die schleppende Anlieferung sei, dass „weitere zugelassene Impfstoffe fehlen und wir mit unserem Impfstoff diese Lücke füllen müssen“, sagt Uğur Şahin.

Impfweltmeister Israel

Es fehlt auch an Produktionsstätten. Geplant ist eine in Marburg. Sie werde mit Fördergeldern aus Deutschland früher bereit sein als geplant, vielleicht schon im Februar. Im ersten Halbjahr könne sie bis zu 250 Millionen Dosen produzieren.

Die ganze Welt blickt derzeit aber nach Israel. Bereits eine Million von rund neun Millionen Israelis sind geimpft. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit Pfizer die Lieferung von acht Millionen und mit Moderna von sechs Millionen Impfdosen vereinbart. Das Land, das sich auch im dritten Lockdown befindet, zahlt für den Pfizer-Impfstoff einen um 40 Prozent höheren Preis als die USA. Demnach kostet Israel eine Dosis umgerechnet fast 23 Euro.

Die Gründe für das Tempo sind mannigfaltig. Netanjahu mobilisiert das ganze Land und rief sogar in arabischer Sprache zum Impfen auf. Selbst die Rabbiner erklärten sich einverstanden, dass ohne Einhaltung des Sabbats geimpft werden könne.

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