Hannes Amesbauer (FPÖ) und Johanna Jachs (ÖVP) bekommen Ende Juli ein Baby.

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Politik Inland
09/13/2019

Erstes türkis-blaues Baby - und seine Eltern mitten im Wahlkampf

Mit dem Koalitionsende gingen die Parteien von Hannes Amesbauer und Johanna Jachs getrennte Wege, privat blieben sie vereint - und haben nun eine gemeinsame Tochter.

von Raffaela Lindorfer

Es ist da: das Baby des türkis-blauen Paares Johanna Jachs (ÖVP) und Hannes Amesbauer (FPÖ). Und es ist "gekommen wie bestellt", sagt die junge Mutter lachend. Am 1. August wurde die gemeinsame Tochter, Franziska, geboren. Drei Wochen hatten sie zu dritt Zeit als Familie - dann startete der Wahlkampf.

Seither sind die beiden - mehrere Hundert Kilometer voneinander getrennt - täglich im Einsatz. Jachs tritt für die ÖVP in Oberösterreich auf Listenplatz 4 und im Wahlkreis Mühlviertel auf Platz 1 an. Amesbauer ist FPÖ-Spitzenkandidat in der Steiermark.

Koalition zerbrach, Beziehung hielt

Kennengelernt haben die beiden Abgeordneten einander noch zu Zeiten von Türkis-Blau 2017 im Nationalrat. Die Ibiza-Affäre und das Platzen der Koalition hat das Paar überstanden - obwohl Jachs und Amesbauer eingestehen, "recht unterschiedliche Ansichten" dazu gehabt zu haben.

Politik sei in der Beziehung aber kein großes Thema. "Wir haben uns verliebt, da spielt die Parteifarbe keine Rolle", sagt Amesbauer. "Und unsere Tochter wird ihren eigenen Weg gehen", ist der Freiheitliche überzeugt.

Politisch gehen die ÖVP-Kandidatin und der FPÖ-Mann also getrennte Wege, und jetzt kämpfen sie (gegeneinander) um ihre zweite Legislaturperiode. Ihre Tochter ist währenddessen quasi auf neutralem Boden: einmal bei Oma und Uroma im Mühlviertel (wo Jachs wohnt) und einmal bei der Oma in der Steiermark (da lebt Amesbauer). "Ohne unsere drei starken Frauen würde es nicht gehen", sagt Jachs.

Organisation ist alles

"Wie bestellt" ist offenbar auch das Gemüt der kleinen Politiker-Tochter. "Sie war schon ein paar Mal bei Festen im Wahlkampf dabei - und je mehr Leute, Musik und Lärm, desto glücklicher ist sie", schildert die 27-jährige Mutter.

Nur zum Flyer-Verteilen und bei Hausbesuchen nimmt sie ihr sechs Wochen altes Baby nicht mit. "Es ist schon hart für mich, von ihr getrennt zu sein, schließlich ist sie mein erstes Kind, es ist alles noch ganz neu und schön. Aber es muss sein, und es kommen bald auch wieder ruhigere Zeiten."

Amesbauer sieht es genauso - obwohl er sich gleich in den nächsten Wahlkampf schmeißen muss: Am 24. November finden in seinem Heimatbundesland vorgezogene Landtagswahlen statt. "Ich bin aber nur Bezirksobmann, werde ein paar Aktivitäten organisieren und denke, es bleibt trotzdem noch genug Zeit für unser Kind", erklärt der 38-Jährige.