Gottfried Haber, 42-jähriger Ökonom mit politischem Gespür

© ©helgebauer/helge bauer

Favorit.
08/26/2014

Ein Experte dürfte Finanzminister werden

Gottfried Haber, Professor für Wirtschafts- und Finanzpolitik, hat gute Karten.

von Margaretha Kopeinig

Bei der Suche nach einem neuen Finanzminister will sich die ÖVP an dem Modell "Wolfgang Brandstetter" orientieren. Der Justizminister ist als Universitätsprofessor fachlich kompetent, in der Materie absolut eingearbeitet, er verfügt über viel politisches Fingerspitzengefühl sowie beachtliche kommunikative Fähigkeiten und soziale Intelligenz.

Nach dem Muster "Brandstetter" streckt die ÖVP nun intensiv die Fühler nach einem Experten aus, der bei den Menschen und in den Fachgremien gut ankommt.

Als Favorit für den Top-Job in der Bundesregierung gilt derzeit Gottfried Haber, Professor für Wirtschaft- und Finanzpolitik an der Donau Universität Krems. Der 42-jährige Wiener hat an der Wirtschaftsuniversität Wien studiert und war nach seiner Promotion summa cum laude Universitätsassistent am Institut für Volkswirtschaft an der Universität Klagenfurt. 2007 wurde er habilitiert, seit 2012 ist Haber an der Uni Krems.

Der Wirtschaftswissenschafter beschäftigte sich bisher intensiv mit Fragen der EU-Finanzpolitik, der Wirtschafts- und Währungsunion sowie der internationalen Wirtschaft. Das ist notwendiges Wissen, wenn man als Minister im Rat der EU-Finanzminister eine Rolle spielen will.

In einem Buch mit dem Titel "Reformen ohne Tabu" hat Haber gemeinsam mit anderen Autoren Thesen zum Thema "Zukunft der Steuerpolitik" und "Ein gutes Steuersystem konzentriert sich auf das Einkommen" formuliert. Auch zu Fragen der Familienbesteuerung und des Familiensplittings hat er publiziert.

Am Montag dürfte definitiv feststehen, wer Österreichs neuer Finanzminister wird.

Im Rennen um den Spitzenjob ist auch noch Hans Jörg Schelling (Wirtschaftskammer und Chef des Hauptverbandes). Er dürfte aber zu wenig Unterstützung in der Partei haben.

Mitterlehner wählt aus

Der neue ÖVP-Parteichef Reinhold Mitterlehner hat sich Dienstagabend das politische Pouvoir geben lassen, den Finanzminister selbst auswählen zu dürfen. Mitterlehner hat sozusagen eine Generalvollmacht, Personal-Entscheidungen zu treffen.

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