Schools and kindergartens close in Germany's Bavaria due to coronavirus pandemic

© EPA / LUKAS BARTH-TUTTAS

Politik Inland
03/19/2021

Die Mittelschule wird bei Eltern und Schülern immer unbeliebter

Das Gymnasium wird hingegen attraktiver, das hat Folgen für die duale Ausbildung.

von Bernhard Gaul

Ein schneller Blick in die Statistik kann die Sicht verstellen. Am Donnerstag gab die Statistik Austria die Daten zu den Schülerzahlen bekannt – darin findet sich nichts Aufregendes.

Insgesamt besuchten 1.095.549 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2019/’20 eine der heimischen Bildungseinrichtungen, um 0,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch bei den Schultypen gab es kaum Veränderungen.

Doch schaut man zehn Jahre zurück und vergleicht die Schuljahre 2009/’10 mit dem Vorjahr, zeigt sich für jede Schulform ein eindeutiger Trend.

  • Mittelschulen Sie verloren die meisten Schüler: Das Minus von 11,9 % zeigt, wie unbeliebt die Schulform wurde.
  • AHS-Unterstufe In den Gymnasien wurde hingegen mit insgesamt 121.319 Schülerinnen und Schülern ein neuer Höchststand erreicht. Das entspricht im Zehnjahresvergleich einem Plus von 5,8 %.
  • AHS-Oberstufe Sie schaffte im Vorjahr ebenfalls einen Rekord an Schülern – im Zehnjahresvergleich stiegen die Besuchszahlen um 5,3 %.
  • BHS Im Bereich der berufsbildenden höheren Schulen zeigt sich kein eindeutiges Bild: Über das stärkste Wachstum können sich die Bildungsanstalten für Elementarpädagogik bzw. Sozialpädagogik freuen – mit einem Plus von 29,9 % innerhalb von zehn Jahren.
  • KHS/WHS Rückläufig sind hingegen die Zahlen in kaufmännischen und wirtschaftsberuflichen höheren Schulen mit minus 15,6 % beziehungsweise minus 8,5 %. Ganz ähnlich bei den Berufsschulen (minus 16,6 % seit 2010) sowie bei berufsbildenden mittleren Schulen (minus 17,1 %), etwa der Handelsschule.
  • Lehrlinge Auch die Zahl der Lehrlinge ist in diesem Zeitraum zurückgegangen: von 130.000 im Jahr 2010 auf heute 108.500.

„Letztlich kann man daraus erkennen, wie wichtig den Eltern inzwischen ein Maturaabschluss geworden ist. Dabei hätten wir große Chancen bei den Fachkräften“, seufzt Egon Blum im KURIER-Gespräch.

Der Vorarlberger Unternehmer hatte vor bald zwei Jahrzehnten als Beauftragter der Bundesregierungen Schüssel II und Gusenbauer für „Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung“ viel Staub aufgewirbelt.

Durch seinen „Blum-Bonus“, ein Fördermodell zur Unterstützung der betrieblichen Lehrlingsausbildung, erhielten Unternehmen für zusätzliche Lehrstellen eine Entschädigung. 12.500 neue Lehrstellen sollen so geschaffen worden sein. „Was man seither versäumt hat, ist, alles zu unternehmen, damit die duale Ausbildung, konkret für Fachkräfte, die Wertschätzung genießt, die sie verdient. Wenn sich ein Jugendlicher nicht bemüht, heißt es noch immer, dass er dann halt eine Lehre macht. In der Gesellschaft ist die duale Ausbildung leider sehr unter ihrem Wert, da reißt man nur große Sprüche, dass das doch wichtig sei. Seit mehr als zehn Jahren hat man in dieser Richtung aber nichts getan“, ärgert sich Egon Blum.

Er schlägt vor, in der Lehrausbildung „endlich“ eine Qualitätssicherung – eine Überprüfung – einzubauen. Dieser Mangel habe dazu geführt, dass die Lehre ein schlechtes Bild bekommen habe. Bei Erfolg solle eine Anstellung zugesichert werden können. Und es müsse alles unternommen werden, das Image und die Qualität der Ausbildung zu heben.

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