Politik | Inland 10.05.2018

Die Kanzlerpartei im Konjunktur-Glück

© Bild: APA/HANS PUNZ

Die ÖVP feiert den Obmann-Wechsel vor einem Jahr mit guten Umfragewerten. Das enorm gute Wirtschaftsklima trägt dazu bei.

Die ÖVP feiert dieser Tage ihr eigenes Gedenkjahr.

Ein Jahr Sebastian Kurz.

Am 10. Mai 2017 warf Reinhold Mitterlehner entnervt das Handtuch.

Am 12. Mai erklärte Sebastian Kurz, dass es um ein Jahr vorverlegte Neuwahlen geben werde.

Am 14. Mai designierte die ÖVP Kurz als Obmann und Spitzenkandidat.

„Das waren dramatische Zeiten“, erinnert sich Karl Nehammer, ÖVP-Generalsekretär. Vor dem Obmannwechsel sei die ÖVP bei 21 Prozent gelegen, „ein Abstieg unter 20 Prozent war nicht ausgeschlossen“, so Nehammer.

ÖVP im Hoch

Ein Jahr später: Die ÖVP stellt den Kanzler. Die Regierung hat Zustimmungsraten von über 50 Prozent. 53 Prozent der Bevölkerung meint, die Regierung „geht in die richtige Richtung“.

Die ÖVP liegt in der Sonntagsfrage im Dauerhoch bei 32 bis 33 Prozent.

Der Klimawandel in der Politik erklärt sich auch durch das wirtschaftliche Umfeld. Über Jahre ist die Konjunktur nur dahingedümpelt, begleitet von negativen Schlagzeilen. Finanzkrise, Eurokrise, Wirtschaftskrise. Das schlug den Österreichern aufs Gemüt. Fessel&Gfk erhebt mit 3000 Interviews pro Quartal das Wirtschaftsklima. In den Jahren 2014, 2015 und 2016 dominierte Pessimismus, die Optimistenrate bewegte sich um die 20 Prozent. Seit Mitte 2017 die Konjunktur auf drei Prozent anzog, schnellt der Wert in die Höhe, zur Zeit glauben satte 56 Prozent, dass es die nächsten zwölf Monate mit der Wirtschaft aufwärts gehen wird (Grafik).

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„Diese positive Wahrnehmung der Bevölkerung hilft der Regierung, insbesondere der Kanzlerpartei“, sagt Franz Sommer, Meinungsforscher der ÖVP.

Die zweite Stütze der türkisen Konjunktur ist, dass die Themen Sicherheit und Migration ganz oben rangieren. „Kurz nimmt die Sorgen der Bevölkerung ernst“, sagt Nehammer. Es seien jedoch nicht nur Themen, sondern auch der neue Stil eines „wertschätzenden Umgangs“, der zum Erfolg führe, sagt Nehammer. Sommer betont: „Der Bundeskanzler ist ad personam ein absolutes Asset für die ÖVP.“

( kurier.at ) Erstellt am 10.05.2018