Politik | Inland
24.01.2018

Deutschklassler sollen nur ausnahmsweise aufsteigen

Kinder, die eine Deutschklasse besuchen, sollen nur ausnahmsweise in diesem Jahr auch aufsteigen dürfen. Pläne für ÖVP-nahe Lehrervertreter "grundvernünftig".

Schüler, die nach der erfolgreichen Absolvierung einer Deutschförderklasse in den Regelunterricht wechseln, sollen künftig nicht wie bisher automatisch, sondern nur mehr "in begründeten Fällen bzw. Ausnahmen" in die nächste Schulstufe aufsteigen dürfen. Das sieht die am Mittwoch im Ministerrat beschlossene Punktation zu Deutschförderklassen vor.

"Dadurch sollen das Auf- und Nachholen des in den Lehrplänen vorgesehenen Lernstoffes und ein entsprechender Lernfortschritt sichergestellt werden", heißt es weiter. Wer also etwa in der ersten Schulstufe eine Deutschförderklasse erfolgreich absolviert, steigt anschließend nicht in die zweite Klasse auf, sondern muss zunächst das reguläre erste Schuljahr wiederholen.

Die Lehrergewerkschaft hält das von Bildungsminister Heinz Faßmann ( ÖVP) vorgelegte Konzept für "grundvernünftig". Dieses enthalte einen "vernünftigen Mix aus sozialer Integration und sinnvoller Differenzierung", so der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, Herbert Weiß von der ÖVP-nahen Gewerkschaftsfraktion FCG, in einer Aussendung.

"Viel zu lange wurde das Problem der sprachlichen Integration von den bildungspolitischen Verantwortungsträgern vernachlässigt und die Lehrerinnen und Lehrer sehr oft alleingelassen", meinte der Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft und der ARGE Lehrer/innen in der GÖD, Paul Kimberger. Vorschusslorbeeren gab es für den neuen Minister: Dieser zeige "gleich zu Beginn seiner Amtszeit Realitätssinn und Verständnis für pädagogische Notwendigkeiten".